Mit dieser Übung lernst du jeden Akkord schnell und sicher

Es gibt viele Wege, Akkorde auf der Ukulele zu lernen. Die meisten Anfänger gehen dabei aber mehr nach Gefühl als mit Struktur vor. Dabei könnte man mit einem guten Plan das Lernen stark beschleunigen und das Ergebnis verbessern. Ich zeige dir in diesem Beitrag ein Übungsprogramm, das es in sich hat – aber herausragende Resultate erzielt, wenn du es durchziehst.

Das Übungsprogramm für deine Akkorde

Wenn du einmal erfahren hast, wie sauber, sicher und schnell man Akkorde greifen kann, die man sich mit dieser Methode regelrecht eingeschärft hat, wirst du sie bei allen neuen Akkorden anwenden wollen. Doch auch solche, die du eigentlich schon kannst, aber die doch oft nicht so richtig sitzen wollen, können mit dieser Technik optimiert werden.

Das Programm besteht aus 5 Schritten, die aufeinander aufbauen und graduell anspruchsvoller werden. Aber auf eine Weise, die du womöglich kaum bemerkst. Übst du alle Schritte lange und konzentriert genug, sollte es dir nicht besonders schwer fallen, zum nächsten Schritt überzugehen. Achte allerdings stets auf die richtige Haltung deiner Ukulele.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig (Nahaufnahme)

1. Nip Tap

Der erste Schritt ist noch ganz leicht. Du greifst den Akkord, den du üben möchtest. Und anschließend löst du die Finger nur wenige Millimeter von den Saiten, lässt sie kurz darüber schweben, und setzt sie wieder korrekt auf.

Um Akkorde richtig zu greifen, solltest du unbedingt auf diese Punkte achten:

  • Finger senkrecht aufs Griffbrett, Daumen hinter den Hals.
  • Finger gleichzeitig abheben und gleichzeitig aufsetzen. Immer.
  • Finger so kurz hinter das Bundstäbchen wie möglich, ohne sie darauf zu setzen.
  • Nur so viel Druck wie gerade so nötig ist, um einen sauberen Ton zu erzeugen.
  • Sauberkeit vor Schnelligkeit. Schnell spielst du von allein, sauber nicht.
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Je schwieriger der Akkord zu greifen ist, desto häufiger wiederholst du diesen Schritt. Das können gut und gerne, 50, 60, 70, ja auch 100 mal sein. Sobald es dir gelingt, ihn sauber zu greifen, kannst du immer schneller werden, wie mit kleinen Hämmern, die rhythmisch auf die Saiten schlagen.

Apropos Schlagen: Strumme bei jedem Aufsetzen die Saiten kurz mit deiner rechten Hand an. Du kannst die Saiten auch von oben nach unten zupfen. Das dient nur der Kontrolle, ob der Akkord sauber gegriffen ist. Erst wenn alles sauber klingt und du nicht mehr darüber nachdenken musst, gehst du über zu Schritt 2.

Curls mit der Griffhand (Foto: Hanteln aus Eisen)

2. Curl it

Nun machst du im Prinzip genauso weiter wie in Schritt 1, aber du erhöhst den Abstand deiner Finger zu den Saiten, wenn du sie von den Saiten abhebst.

Zwischen deinen Fingern und den Saiten sind also erst nur wenige Millimeter, dann Zentimeter. Bis du deine linke Hand förmlich vom Griffbrett herunterfallen lässt. Das sieht im Prinzip aus wie Bizeps-Curls, deren Hebel ständig größer wird.

Zuerst sinkt deine linke Hand nur kurz unterhalb des Griffbretts, um anschließend wieder hochzukommen und den Akkord zu greifen. Das wiederholst du vielleicht 3-5 mal. Dann lässt du sie noch 5-10 Zentimeter weiter absinken und greifst den Akkord erneut. Bis dein linker Arm irgendwann parallel zu deinem Körper nach unten hängt und wie bei einem Bizeps-Curl nach oben schnellt und sauber den Akkord greift.

Üb das so lange, bis du es schaffst, den Akkord sauber zu greifen, obwohl du deinen Arm nach jedem Greifen immer wieder komplett hängen lässt.

Das Strumming nach jedem Greifen bleibt natürlich bestehen.

Shake – Die Hand ausschütteln (Foto: Erdbeershake mit Strohhalm)

3. Shake It

Wir bleiben nun bei der Extremposition von Schritt 2: Nach jedem Greifen lässt du den Arm komplett herunterfallen. Aber mit einer Änderung: Du schüttelst danach bzw. dabei die Hand aus. Und greifst den Akkord dann anschließend wieder.

Dadurch verlieren deine Finger ihre Position, die sie in Schritt 2 noch halten durften, und du musst das Fingerpuzzle vor dem Greifen quasi wieder zusammensetzen.

Gib dir dafür Zeit und denk immer daran: Die Finger müssen bei jedem Greifen eines Akkords immer gleichzeitig ankommen. Sie dürfen nicht nacheinander aufgesetzt werden, sonst greifst du den Akkord noch nicht sauber.

Diese Übung kannst du ruhig 50 mal hintereinander machen. Das bringt den Akkord direkt in dein Muskelgedächtnis. Für Akkorde, die du schon ganz okay greifen kannst, kannst du übrigens auch mit Schritt 3 starten.

Transition – Wechsele die Akkorde (Foto: Frau vor vorbeifahrendem Zug)

4. Transition

Sobald du Schritt 3 wirklich sicher beherrschst, führst du die drei Schritte mit einem weiteren Akkord durch.

Und wenn du auch diesen sicher greifen kannst, dann wechselst du zwischen den beiden Akkorden. Aber nicht auf herkömmliche Weise, sondern wie in Schritt 3:

Du lässt deinen Arm vor jedem Wechsel nach unten fallen, schüttelst ihn aus und schnellst wieder nach oben, um den Akkord zu greifen. Dann wieder fallen lassen, ausschütteln und den zweiten Akkord greifen. So wechselst du permanent hin und her – aber auf eine Weise, die sogar noch anspruchsvoller sein kann als ein normaler Akkordwechsel. Denn wer 100 Meter weit werfen will, zielt lieber auf die 150-Meter-Marke.

Append – Füge weitere Akkorde zum Üben hinzu (Foto: Mehrere Ananas auf gelbem Grund)

5. Append

Im letzten Schritt fügst du einfach weitere Akkorde zu deinem Wechsel-Training hinzu. Es bleibt also alles wie bei Schritt 3 bzw. 4, aber du wechselst einfach zwischen mehreren Akkorden hin und her.

Du kannst auch stetig die Reihenfolge verändern, wobei das bei dieser Übung weniger bringt als beim herkömmlichen Akkordwechsel.

Wie oft sollte ich Akkorde auf der Ukulele üben?

Deine Akkorde solltest du mindestens einmal pro Tag üben. Das muss nicht lange sein, 10-15 Minuten reichen vollkommen aus. Es geht um die Regelmäßigkeit. Selbst 4 Stunden am Sonntag schaffen nicht, was 15 Minuten pro Tag über die Woche vollbringen.

Idealerweise übst du die Akkorde aber mehrmals pro Tag. Denn desto schneller gelangen sie in dein Muskelgedächtnis. Wenn du deine Zeit so frei einteilen kannst, wären 5 x 5-10 Minuten pro Tag schon fantastisch. Wie gesagt, es geht nicht um die Menge, es geht um die Wiederholungen. Und insbesondere um die Zeit, die dazwischen liegt – denn in dieser lernt das Gehirn.

Tipps für das Üben

Aller Anfang ist schwer, aber mit diesem Übungsprogramm lernst du deine Akkorde blitzschnell und vor allem sauber. Hier noch ein paar Tipps, die dir beim Üben helfen werden:

  • Üb die schwierigen Akkorde. Es bringt nichts, die bereits gut sitzenden Akkorde mit dieser Technik zu üben. Das ist Zeitverschwendung, selbst wenn es sich gut anfühlt. Diese Methode ist für die harten Brocken gedacht und insbesondere für alle Akkorde, die du ab jetzt neu lernst. Denn damit geht es einfach schneller und effizienter.
  • Halt dich an die Anweisungen. Es ist verlockend, nach einiger Zeit die Übungen nur noch halbherzig durchzuführen. Den Arm vielleicht nicht mehr so weit nach unten zu nehmen, die Wiederholungen nicht so oft durchzuführen, bis es wirklich sitzt oder Dinge wie das Ausschütteln der Hände wegzulassen. Lass das sein. 😉 All diese Elemente haben ihren Sinn und tragen mitunter erheblich dazu bei, dass diese Methode funktioniert. Sie macht vielleicht keinen großen Spaß, aber sie bringt dich schneller zu den Dingen, die Spaß machen. Sie ist der berühmte saure Apfel.
  • Wie lange sollte ich einzelne Akkorde üben? Die Antwort „bis du sie kannst“ wäre zwar nicht falsch, hilft dir aber wahrscheinlich nicht weiter. Du merkst allerdings nach einiger Zeit, ob der Akkord sitzt. Zum Beispiel daran, ob du am nächsten Tag ohne diese Übung den Akkord sauber greifen kannst. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, diverse Male pro Tag über mehrere Tage hinweg denselben Akkord auf diese Weise zu üben. Manche gehen schneller, andere brauchen länger, das ist ganz normal und von deinem individuellen Lerntempo abhängig. Achte nur darauf, nicht zu bequem zu werden und Akkorde auf diese Weise zu üben, die du eigentlich sicher kannst.
  • Was passiert mit den gelernten Akkorden? Wenn du Akkorde mit dieser Technik eingeübt hast und sie nun deiner Meinung nach wirklich sitzen, dann nimm sie heraus aus dem Übungskreislauf und steck sie in dein Repertoire. Dein Akkord-Repertoire solltest du auch jeden Tag üben, aber hier genügt es, die üblichen zufälligen Akkordwechsel zu spielen. Saß der Akkord doch noch nicht gut genug? Dann zurück mit ihm ins Übungsprogramm.
  • Die Akkorde klingen manchmal unsauber. Das passiert. Das hat oft gar nichts mit einzelnen Akkorden zu tun, sondern damit, dass du noch nicht lange genug Ukulele spielst. Je länger du spielst, desto sauberer wirst du generell im Greifen. Am Anfang scheppert noch jeder Akkord bei jedem Wechsel, das wird immer besser. Denn deine Muskeln gewöhnen sich an die ungewöhnliche Beanspruchung und dein Gehirn lernt die neuen Bewegungsmuster besser. Dann bleiben wieder mehr Kapazitäten, um besser zu zielen. Denn scheppernde Akkorde sind selten ein Zeichen für zu wenig Druck, sondern dafür, dass du nicht den richtigen Punkt (exakt hinter dem Bundstäbchen) triffst. Kraft brauchst du so viel weniger als du glaubst.
  • Schau nicht auf das Griffbrett. Gerade Anfänger schauen gerne permanent auf das Griffbrett, weil sie meinen, sie könnten die Akkorde nicht anders greifen. Man ist aber oft verblüfft, wie gut man Akkorde schon kann, man muss sich nur mal trauen, wegzuschauen. Oder zumindest nicht die Ukulele zu sich hinzudrehen, sondern gerade vor sich zu lassen. Falls das noch nicht klappt, ist es nicht schlimm, aber üb es immer wieder. Du kannst später nicht spielen und permanent auf dein Griffbrett gucken. Du brauchst deine Augen auf dem Blatt mit Akkorden, Noten oder dem Songtext. Je früher du dir aneignest, nicht hinzuschauen, desto besser.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / Cyril Saulnier (@c_reel)
  • unsplash.com / Joshua Sorenson (@joshsorenson)
  • unsplash.com / Fabrizio Verrecchia (@fabrizioverrecchia)
  • unsplash.com / Brooke Lark (@brookelark)
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