Wie Holz den Klang deiner Ukulele beeinflusst

Wer glaubt, das Holz seiner Ukulele bestimme nur das Aussehen, der irrt gewaltig. Denn verantwortlich für den Klang der Ukulele ist vor allem das Holz, weniger die Saiten, wie viele glauben. Jede Art klingt anders und so kann die Wahl des richtigen Holzes den Kauf deiner Ukulele entscheidend beeinflussen.

Ich möchte dir gerne die häufigsten Holzarten vorstellen und dir zeigen, worin die Unterschiede liegen.

Das Holz der Ukulele beeinflusst den Klang (Foto: Verschiedene Holzschichten einer Skulptur)

Laminat oder Massivholz?

Die erste entscheidende Frage beim Kauf einer Ukulele lautet: Soll es Massivholz sein, Laminat – oder eine Mischung aus beidem? Das wirkt sich natürlich erheblich auf den Preis aus.

Bei reinem Laminat spielt das „Holz“ keine Rolle, da es sich ohnehin nur um eine Folie handelt. Dies ist die billigste Version der Ukulele. Die Art des „Holzes“ bestimmt lediglich das Aussehen. Achtung: Wenn beim Kauf nicht angegeben ist, ob es sich um Laminat oder Massivholz („Solid …“) handelt, dann ist es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Laminat.

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Häufig haben Ukulelen eine Decke aus Massivholz, aber Zargen und einen Boden aus Laminat. Das ist ein Kompromiss, der die Vorteile wohlklingenden Massivholzes mit günstigem Laminat verbindet. Es ist nicht ideal, aber dem reinen Laminat deutlich zu bevorzugen, da es je nach Art des Holzes bereits klangliche Veränderungen bewirkt. Erst jetzt beginnt die Ukulele, nach einem Instrument zu klingen, statt nach einem Plastikkorpus.

Hochwertige Ukulelen werden ausschließlich aus Massivholz gefertigt. Hier wirkt sich die Holzart natürlich entsprechend intensiv auf das klangliche Erlebnis aus – und auf den Preis. Zum Teil sieht man heute sogar gemischtes Holz, um die Vorteile verschiedener Arten miteinander zu kombinieren.

Entscheidend ist aber immer die Decke. Man kann sagen, dass sie etwa 90 % des Klangs ausmacht. Doch auch die besten Materialien nützen nichts, wenn der Instrumentenbauer nicht versteht, sie einzusetzen. An diesen Fähigkeiten liegt es auch, dass eine Koa-Ukulele unterschiedlicher Hersteller und Marken zum Teil ganz anders klingt.

Holzarten für Ukulele (Foto: Holzscheite verschiedener Sorten)

Wie unterscheiden sich verschiedene Hölzer?

Bei Instrumenten wird gern mit Begriffen wie „warm“ oder „hell“ hantiert, um auszudrücken, wie es sich in seiner jeweiligen Ausführung anhört. Du kannst das am besten einordnen, indem du dir vorstellst, dass warme Töne auf der einen Seite des Spektrums stehen und helle Töne auf der anderen.

Ein warmer Sound sorgt dafür, dass Töne ineinander übergehen, für eine wunderbar warme Mischung. Ist ein Sound hingegen zu warm, dann wird er undifferenziert und breiig.

Ein heller Sound ist sehr ausgeprägt in seinen Einzelnoten. Du hörst alle Noten sehr klar heraus. Töne bleiben auch länger erhalten. Ist ein Sound jedoch zu hell, dann klingt er schnell zerbrechlich.

Deshalb ist eine gewisse Balance wichtig. Und innerhalb dieser Balance geht es dann vor allem darum, was du für einen Sound suchst.

Ukulele Holzsorten im Detail (Foto: Querschnitt eines Baumstammes in der Nahansicht)

Die Sorten im Detail

Für welche Sorte du dich entscheidest, hängt also vor allem von dem Klang ab, den du mit deiner Ukulele erzeugen möchtest. Ich stelle dir jetzt einige Holzarten vor, die besonders gerne für Ukulelen verwendet werden.

Koa – Hawaii für zuhause

Traditionell werden Ukulelen aus hawaiianischem Koa hergestellt. Es hat einen „hölzernen“, warmen, vollen, komplexen und einfach runden Klang. Es ist das Ukulele-Holz schlechthin und es gibt nicht wenige, die der Meinung sind, dass es keine Alternative dazu gibt.

Insbesondere das „Curly Koa“ hat auch eine wunderschöne Maserung, allerdings dafür auch seinen Aufpreis. Generell sind Ukulelen aus Koa verhältnismäßig teuer.

Wer den Klang einmal gehört hat, kann sich allerdings nur schwer davon lossagen. Vor allem produziert es diesen typischen hawaiianischen Ukulele-Sound.

Englische Bezeichnung: Koa

Akazie – Das preiswerte Koa

Wenn es etwas günstiger sein darf, dann ist die Akazie eine interessante Alternative zu Koa. Es wird leider manchmal als Koa verkauft, weil Koa aus der Akazien-Familie stammt. Es handelt sich bei der Akazie aber um ein weniger wertvolles Holz, weshalb man beim Kauf von Koa-Ukulelen vorsichtig sein sollte, wo man sie kauft bzw. von welchem Hersteller.

Akazienholz klingt vor allem für Stimmungen in „Low G“ sehr interessant. Es ist etwas voller, lauter und klarer als Mahagoni.

Englische Bezeichnung: Acacia

Mahagoni – Der Standard

Mahagoni wird sehr häufig für Ukulelen und Gitarren verwendet, was ihnen ihr typisches Aussehen verleiht. Es wird auch sehr häufig für den Hals verwendet. Es erzeugt einen sehr warmen und weichen Sound und ist sehr preiswert. Es ist fast, aber nicht ganz so warm wie Koa.

Englische Bezeichnung: Mahogany

Palisander – Besonders selten

Es gibt viele verschiedene Arten von Palisander, aber sie alle haben gemeinsam, dass es sich dabei um sehr festes und dichtes Holz handelt, das für einen starken Bass sorgt. Es wird selten als Decke verwendet, aber manchmal für Zargen und Boden. Palisander klingt außergewöhnlich hell.

Englische Bezeichnung: Rosewood

Ahorn – Hell und klar

Ahorn ist wie Palisander ein sehr festes Holz, das ebenfalls einen sehr hellen Sound erzeugt, der außerdem sehr ausdrucksstark und klar ist.

Englische Bezeichnung: Maple

Mango – von allem das Beste

Während Holz normalerweise sehr gleichmäßig wächst und innerhalb einer Sorte immer recht ähnlich aussieht, gibt es Sorten wie Koa und Mango, die einfach jedes Mal ein ganz anderes Bild erzeugen.

Mango erzeugt einen sehr konsistenten Ton und eine gute Balance. Auf der Warm-Hell-Skala ist es ziemlich in der Mitte angesiedelt.

Englische Bezeichnung: Mango

Fichte – Laut und punchy

Fichte wird sehr gerne für die Decke verwendet, weil es einen ganz hervorragenden satten, lauten und lebhaften Sound produziert. Es wird von vielen Gitarrenbauern als das Holz mit der optimalen Dichte für Tonwiedergabe gesehen. Auch die Fichte ist im Klangspektrum eher mittig angesiedelt.

Englische Bezeichnung: Spruce

Fazit

Die ideale Ukulele ist natürlich ganz aus Massivholz gefertigt. Aber auch eine Massivholzdecke kann eine Ukulele aus Laminat schon erheblich aufwerten, weshalb du das zu einer wesentlichen Voraussetzung beim Kauf machen solltest. Eine Ukulele aus reinem Laminat sollte man wirklich nur kaufen, wenn das Budget beim besten Willen nicht mehr zulässt.

Koa ist natürlich immer eine Überlegung wert, aber eben nicht gerade preiswert. Mango wird in letzter Zeit immer beliebter, weil es einen so ausgeglichenen Ton erzeugt, nicht zu warm, nicht zu hell. Aber letztendlich kannst du auch mit Mahagoni nicht viel falsch machen.

Wenn es etwas ausdrucksstärker sein darf, dann kann ich dir Fichtenholz empfehlen. Es sorgt für einen Punch, der auch der Ukulele sehr gut zu Gesicht steht.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / Tod Seitz (@tods)
  • unsplash.com / Alex Jones (@alexjones)
  • unsplash.com / Simon Stankowski (@simonstan)
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