Die Noten auf dem Griffbrett

Während die meisten schnell verstehen, wie Akkorde funktionieren, sieht es bei den einzelnen Noten auf dem Griffbrett ganz anders aus. Wo liegen alle Cs, F#s oder Gs? Das kann kaum jemand beantworten, der nicht wenigstens das System dahinter gelernt hat.

Und darum geht es in diesem Beitrag. Du lernst, wie die Noten auf dem Griffbrett verteilt sind und vor allem, welches einfache System dahintersteckt. Außerdem gebe ich dir Tipps, wie du all die Noten in dein Gedächtnis bekommst und optimal abrufen kannst.

Noten auf dem Griffbrett lernen (Foto: Notenständer mit Noten auf nebliger Bühne)

Warum überhaupt Noten lernen?

Du fragst dich vielleicht, warum du dir überhaupt die Arbeit machen und die Noten auf deinem Griffbrett lernen solltest. Immerhin gibt es ja Akkorddiagramme und Tabs, was will man mehr? Das ist zwar richtig, aber es gibt dennoch einige gute Gründe, die für das Notenlernen sprechen:

  • Zusammensetzung von Akkorden. Dadurch dass du die Noten kennst, kannst du auch die Zusammensetzung der Akkorde nachvollziehen. Du erkennst sie so nicht nur, sondern kannst sie selbst bilden bzw. auch ihre Varianten in sus2, sus4, add9, usw. Was du an Noten lernst, musst du also nicht an zusätzlichen Akkorden lernen und kannst das Wissen zudem universell einsetzen.
  • Verschieben von Akkorden. Es kommt vor, dass du Akkorde einmal auf dem Griffbrett verschieben musst oder möchtest. Wenn du die Noten kennst, dann kannst du dieselben Akkorde ganz leicht alleine an einer anderen Stelle zusammenbauen.
  • Tonleitern. Tonleitern funktionieren nach einem relativ einfachen Prinzip, man muss sie nicht auswendig lernen. Aber man muss wissen, wo die Noten auf dem Griffbrett sind, um sie spielen zu können.
  • Improvisation. Ohne die Noten auf dem Griffbrett zu kennen, kannst du nicht improvisieren, da nicht alle Töne miteinander harmonieren. Wenn du also einzelne Noten über Akkorde improvisieren willst, musst du zuerst einmal wissen, wo die Noten liegen.
  • Teamwork. Wer mit anderen spielt, zum Beispiel in einer Band, kommt an den Noten oftmals nicht vorbei. Vor allem, wenn verschiedene Instrumente involviert sind. Hier macht man sich und den anderen das Leben deutlich leichter, wenn man die Noten auf seinem Griffbrett beherrscht.
  • Musiknotation vs. Tabs. Echte Musiknotation hat Vorteile gegenüber Tabs: Sie ist vollständig, Tabs sind immer vereinfacht. Oft enthalten sie nicht einmal Angaben zum Rhythmus. Vor allem wenn du auch klassische Musik oder Jazz spielen willst, kommst du um echte Musiknotation und vor allem um die Noten auf deinem Griffbrett kaum herum.
  • Fingerstyle. Last but not least ermöglicht dir das Notenspielen auch das Fingerpicking – unabhängig von der Musikrichtung. Ja, das geht auch mit Tabs, aber wie gesagt sind die sehr und manchmal zu sehr vereinfacht. Nach einem Notenblatt spielen zu können, macht Fingerstyle sehr viel professioneller und am Ende auch leichter. Abgesehen davon, dass es ohnehin nicht immer gut gemachte Tabs gibt (viele im Internet sind schlichtweg falsch), aber nahezu immer professionell gesetzte Musiknotation. Auch von den Interpreten selbst.
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Es gibt viele gute Gründe, die Platzierung der Noten auf dem Griffbrett zu lernen. Möchtest du jedoch nur ein paar Akkorde zu deinen liebsten Popsongs strummen, dann lohnt sich der Aufwand wahrscheinlich nicht. Es gibt unzählige Ukulelespieler und Gitarrenspieler, die ihr Leben lang ohne Noten auskommen. Willst du das Potenzial der Ukulele aber wirklich ausschöpfen, dann solltest du das Griffbrett wie deine Westentasche kennen.

So liegen die Noten auf dem Griffbrett

Auf der Grafik unten kannst du genau erkennen, wo die einzelnen Noten auf dem Griffbrett liegen. Das ist erst mal überwältigend, oder? Sobald du aber das Prinzip dahinter verstanden hast, wird es einfacher.

Ukulele Noten auf dem Griffbrett (internationale Version)

Grafik herunterladen: als Bild (PNG) | zum Ausdrucken (PDF)

Außerdem lernen wir das nicht alles auf einmal auswendig, sondern in kleinen Grüppchen. Und damit wird es absolut machbar.

Die Saiten sind links auf dem gelben Label angegeben. Und natürlich ist z.B. die G-Saite, wenn sie offen gezupft wird, auch ein G. Wenn wir aber nur von den Noten ausgehen, die du tatsächlich aktiv greifst (also die schwarzen Labels), dann befindet sich jede Note exakt viermal auf dem Griffbrett. Denn wir haben ja vier Saiten und jede Saite kann jede Note einmal spielen bis zum 12. Bund.

Die Zahlen unten markieren die einzelnen Bünde, die (gelben) Punkte kennst du von deinem Griffbrett. Sie helfen dir bei der Orientierung, weil unter den Bünden auf dem Griffbrett ja keine Zahlen stehen.

Die deutsche Version

Auf der unteren Grafik siehst du Noten in deutscher Notation auf dem Griffbrett. Wenn du gelernt hast, dass es eine Note namens „H“ gibt und dass sie mit Vorzeichen „B“ heißt, dann ist das die Variante für dich.

Ukulele Noten auf dem Griffbrett (deutsche Version)

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Empfehlen möchte ich dir diese Variante aber ausdrücklich nicht. Denn außerhalb von Deutschland wird nahezu überall die internationale Version verwendet. Da wir heute vor allem mit englischsprachigen Inhalten in Kontakt kommen, insbesondere beim Lernen eines Instrumentes, sorgt das ganz schön für Verwirrung.

Abhängig davon, wie tief drin C, D, E, F, G, A, H, C bei dir schon ist, empfehle ich dir eher, das System C, D, E, F, G, A, B, C zu lernen. Das ist auch viel logischer, denn A B C ergibt einfach viel mehr Sinn als A H C, wenn alle anderen Noten schon dem Alphabet folgen. Außerdem ist das B mit Vorzeichen ein Bb, so wie aus allen anderen Noten mit b-Vorzeichen auch ein „Xb“ wird. Warum aus einem H mit Vorzeichen ein B wird, ist kaum nachvollziehbar. Überleg dir also, ob es sich nicht lohnt, lieber die internationale Version zu lernen. Außerhalb des Schulunterrichts ist sie Gang und Gäbe.

Wie soll ich die alle auswendig lernen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, all diese Noten auswendig zu lernen.

  1. Du kannst die Noten in vertikale (senkrechte) Grüppchen aufteilen und so quasi alle Noten in einem Bund lernen.
  2. Du kannst die Noten in horizontale (waagerechte) Gruppen aufteilen und damit alle Noten auf einer Saite lernen.
  3. Du kannst lernen, wo sich eine einzelne Note auf dem Griffbrett befindet, also ihre einzelnen Vorkommen auswendiglernen.

Was das Auswendiglernen angeht, empfehle ich dir, nach der dritten Variante vorzugehen: Lerne zuerst, wo alle Cs sind, dann wo alle Ds sind, usw. Das entspricht dem Muster, nach dem das Gehirn vorgeht, wenn du spielst. Denn dort musst du nicht rezitieren, welche Noten in einem Bund sind, sondern du musst schnellstmöglich das nächste F# oder Eb finden.

Das (simple) System hinter der Notenverteilung

Es hilft ungemein, einmal das System hinter diesen Noten zu verstehen. Denn ab diesem Zeitpunkt hört das alles auf, wie ein reines Chaos auszusehen. Außerdem ist das Prinzip bei allen Saiteninstrumenten dasselbe, d.h. du verstehst auch sofort, wo die Noten auf dem Griffbrett einer Gitarre liegen.

Um das System zu verstehen, musst du wissen, wie die (universelle) Notenreihenfolge aussieht. Und zwar inklusive aller Halbtonschritte:

  1. C
  2. C#/Db
  3. D
  4. D#/Eb
  5. E
  6. F
  7. F#/Gb
  8. G
  9. G#/Ab
  10. A
  11. A#/Bb
  12. B
  13. (C)

Jetzt schau dir die Saiten auf der Ukulele an. Bei der C-Saite wirst du genau diese Reihenfolge bis in den 12. Bund finden. Die Saite beginnt bei C (offen, „0. Bund“), im 1. Bund liegt C#/Db und im 11. und 12. Bund liegen B und C.

Das gleiche Prinzip liegt aber auch den anderen Saiten zugrunde. Die Notenreihenfolge startet dort nur an späterer Stelle. Bei der A-Saite geht es im ersten Bund mit A#/Bb los, danach folgt B und dann geht mit C die Reihenfolge wieder von vorn los.

Im 12. Bund siehst du, dass er ein exaktes Abbild der offenen Saiten ist: G C E A. Also 12. Bund = 0. Bund, sozusagen. Und ja, der 13. ist wieder wie der erste, weshalb du alle ab bzw. nach dem 12. nicht zu lernen brauchst.

Das zu wissen, bringt die Noten noch nicht in deinen Kopf, aber nun verstehst du, warum die Noten an welcher Stelle sind und dass ein System dahintersteckt. Notfalls kannst du so immer durch kurzes Nachdenken auf die Noten kommen, anstatt nachschauen zu müssen. Das hilft gleichzeitig viel mehr beim Lernen.

Übrigens: Dass die Halbtonschritte zw. den Stammtönen doppelt bezeichnet sind, hat den Grund, dass die Stammtöne durch ein # um einen Halbton heraufgesetzt und durch ein b um einen Halbton herabgesetzt werden können.

Setzt man vor das F in der Musiknotation ein #, macht man daraus ein F#, das einen Halbton über dem F liegt. Setzt man vor das G ein b, macht man daraus ein Gb, das einen Halbton unter G liegt. Und wie du auch am Griffbrett erkennen kannst, läuft das auf dieselbe Note heraus. (Auf dem Klavier wäre das dieselbe schwarze Taste.) Ein Halbton über F ist exakt ein Halbton unter G. Deshalb sind diese Noten doppelt bezeichnet.

Du solltest auch beide Bezeichnungen aus dem Effeff kennen, denn in der Musiknotation kann dir eben sowohl ein F# als auch ein Gb begegnen. Du musst dann wissen, dass das dieselbe Note ist.

Tipp: Gerade in englischsprachigen Videos kommt man mit der „ausgeschriebenen“ Variante dieser verkürzten Notenbezeichnungen in Berührung. Es lohnt sich daher, zu wissen, dass z.B. F# ausgesprochen „F sharp“ heißt und Ab ist „A flat“. Und wo wir gerade dabei sind: Dur ist „major“ und Moll ist „minor“, „A minor“ ist also A-Moll, „C major“ ist C-Dur. Aber das nur am Rande.

Ukulele Noten Trainer

Der Noten Trainer von Ukulele Insider

Um dir das Lernen der Noten auf dem Griffbrett so einfach wie nur möglich zu machen, gibt es übrigens den Noten Trainer von Ukulele Insider.

Der Trainer präsentiert dir ein leeres Griffbrett und fragt dich z.B., wo alle Ds liegen. Du markierst sie anschließend und die App überprüft, ob du richtig lagst. Ziel ist es, zu jeder Note alle vier Varianten auf dem Griffbrett zu finden (ausgenommen die offene Saite, die wird als bekannt vorausgesetzt).

Dadurch lernst du die Platzierung der Noten spielerisch und ganz leicht nebenbei. Vor allem ist die App eine tolle Möglichkeit, die Noten zu lernen, während du gerade keinen Zugang zu deiner Ukulele hast. Griffbretter ausdrucken und ausfüllen war gestern.

Wenn du jetzt dranbleibst, wirst du das Griffbrett schon bald wie deine Westentasche kennen und die beeindruckendsten Soli spielen können. Los geht’s.

P.S. Hier findest du eine kurze Einführung in den Noten Trainer.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / Andrey Konstantinov (@konstandy)
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