Was tun gegen schmerzende Finger beim Ukulelespielen?

Vielleicht hast du es irgendwo gehört oder schon am eigenen Leibe erfahren: Ukulelespielen kann am Anfang ein kleines bisschen weh tun, vor allem in den Fingerspitzen der linken Hand. In diesem Beitrag möchte ich mit Mythen aufräumen und dir zeigen, was wirklich dagegen hilft.

Erst mal vorweg: Nein, die vermeintlichen „Schmerzen“ sind weder ein Grund, mit der Ukulele aufzuhören, noch dafür, überhaupt nicht erst damit anzufangen. Es gibt Millionen von Menschen die Gitarre, Ukulele o.ä. jeden Tag schmerzfrei spielen. Alles Neue ist erst einmal unangenehm. Das Wort „Schmerz“ wird hier nur mangels Alternative verwendet, nicht weil es wirklich einer wäre.

Schmerzen in den Fingern vom Ukulelespielen (Foto: Bogenschütze visiert sein Ziel an)

Was verursacht die Schmerzen?

Verursacht werden die Schmerzen, weil du dünne Saiten mit den Fingerspitzen deiner linken Hand herunterdrücken sollst.

Gerade wenn du deine Hände bisher von harter körperlicher Arbeit fernhalten konntest, wie es heute den meisten Menschen geht, befindet sich an deinen Fingern kaum oder keine Hornhaut.

An den Fingerspitzen wäre die aber sinnvoll, denn dann würdest du davon gar nichts spüren.

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Was hilft gegen die Schmerzen?

Es werden allerhand Hausmittel empfohlen, um entweder etwas gegen das unangenehme Gefühl zu unternehmen oder die Finger schneller abzuhärten. Ich halte das für großen Unsinn, denn es überhöht das Problem.

Wie stark die Finger weh tun, hängt nämlich von drei Faktoren ab:

  1. Wie teuer war deine Ukulele? Je hochwertiger, desto weniger Kraft wird benötigt, um die Saiten herunterzudrücken und desto weniger unangenehm ist das alles. Ich habe das unfreiwillig getestet.
  2. Wie lange übst du? Wichtig ist die regelmäßige Übung, nicht die lange Übungseinheit. Wenn du am Anfang zu viel spielst und deine Finger überreizt, hast du länger etwas von den Schmerzen.
  3. Wie stark drückst du auf? Die meisten Spieler drücken die Saiten viel zu stark herunter. Drücke die Saite zum Test nur leicht herunter, dass sie gedämpft ist und spiel sie nun permanent mit der rechten Hand an. Erhöhe dabei stetig ein klein wenig den Druck des linken Fingers. Sobald der Ton sauber klingt, hast du den optimalen Druckpunkt gefunden.

Die Finger in Essig einzuweichen und ähnliche Experimente empfehle ich nicht, damit schadest du nur deiner Haut.

Das Problem erledigt sich von ganz allein schon nach 1-3 Wochen. Die vermeintlichen „Schmerzen“ bewegen sich höchstens auf dem Level eines kleinen blauen Flecks oder einer leicht wundgeriebenen Stelle. Kein Grund für Drama, also.

Abraten möchte ich auch davon, die Finger einzucremen (wie es leider auch im nachfolgenden Video als Tipp gegeben wird). Nicht generell, aber zumindest was die Fingerspitzen anbelangt. Die Finger davon abzuhalten, die Hornhaut aufzubauen, ist kontraproduktiv – aber genau das verursacht Handcreme.

So geht es schneller

Wenn du die Hornhaut an deinen Fingerspitzen schneller aufbauen willst, dann hilft eigentlich nur eins: Spiel Ukulele. Denn auf keine andere Art und Weise bekommst du den sinnvollen Schutz für deine Finger an genau der Stelle, an der er auch benötigt wird.

Es gibt eine Übung, die die Finger schneller abhärtet und zusätzlich noch dafür sorgt, dass du von Anfang an alle Finger gleichmäßig trainierst:

Bei dieser Übung (siehe Video) spielst du alle vier Saiten zuerst von unten nach oben und dann von oben nach unten.

  1. Lege deinen Zeigefinger auf die 1. Saite (die unterste, also A) im 1. Bund und spiel nur diese mit dem Daumen deiner rechten Hand an.
  2. Lass den Finger dort liegen und leg deinen Mittelfinger auch auf die 1. Saite, aber im 2. Bund und spiel sie ebenfalls an.
  3. Lass auch diesen Finger liegen und nimm den Ringfinger dazu, er kommt ins 3. Bund. Spiel die Saite wieder an.
  4. Auch diesen Finger lässt du liegen und nimmst noch den kleinen Finger dazu, natürlich in den 4. Bund. Wieder die Saite anspielen.

Diese vier Schritte wiederholst du nun für alle Saiten von unten nach oben. Du lässt die vorigen Finger jedes Mal liegen bis du zur nächsten Saite wechselst.

Wenn du oben angekommen bist und die oberste Saite gespielt hast, gehst du zurück, beginnend mit dem kleinen Finger im 4. Bund bis hin zu deinem Zeigefinger im 1. Bund. Mit einem Unterschied: Dieses Mal lässt du die Finger nicht liegen, sondern nimmst sie einen nach dem anderen hoch.

Mit dieser Übung beanspruchst du deine Fingerspitzen und sorgst dafür, dass schneller Hornhaut gebildet wird (übrigens tun die Finger auch schon lange vor der Hornhaut nicht mehr weh, sie stumpfen schon nach ein paar Tagen merklich ab).

Außerdem kräftigt die Übung alle Finger, was enorm beim Spielen hilft, und schult gleichzeitig die Koordination deiner Finger. Und was noch dazu kommt: Deine rechte Hand lernt, wo sich deine linke Hand befindet.

Aus diesem Grund ist diese Übung am Anfang auch gar nicht so leicht, wie sie aussieht. Man benötigt in beiden Händen erst mal die nötige Koordination, um das flüssig hinzubekommen. Starte deshalb lieber langsam und sorgfältig, anstatt zu versuchen, erfahrene Spieler in ihrer Geschwindigkeit nachzuahmen. Schneller wirst du ganz von allein.

Schmerzen im Handgelenk?

Etwas ganz anderes sind übrigens Schmerzen im Handgelenk oder andere „innere Schmerzen“. Wenn dir etwas von innen heraus wehtut, solltest du möglicherweise erst einmal mit dem Spielen pausieren und erst mal eine Lösung finden.

Die Schmerzen können von einer falschen Haltung herrühren, vielleicht hilft auch Dehnen. Oder ein Gurt, der die Hände entlastet.

Nicht vergessen sollte man aber, dass die linke Hand ungewohnte Bewegungen ausführen muss und dass leichte Schmerzen auch ein Indiz sein können, dass sie sich daran erst mal gewöhnen muss. Es nicht zu stark zu übertreiben, hilft ihr aber am Anfang dabei.

Wenn du heute ins Fitnessstudio gehst, obwohl du seit Jahren keinen Sport gemacht hast, wird dir morgen alles wehtun. Das ist kein Grund, sitzen zu bleiben.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / Niklas Tidbury (@ntidbury)
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