Singen und gleichzeitig Ukulele spielen: Mit diesen Tricks schaffst du es.

Das Erste, was ich mir auf dem Klavier beigebracht habe, waren Akkorde. Und es war so einfach: Die drei Töne des Akkords mit der rechten Hand spielen und mit der linken Hand die Bassnote dazu. Fertig. Im Prinzip wippt man die ganze Zeit monoton auf der Klaviatur hin- und her und kann einfach nebenher singen. Schon am ersten Tag des Übens.

Aber auf der Ukulele? Ich hatte mir darüber vorher nie große Gedanken gemacht. Mir war klar, wenn ich das Lied halbwegs spielen kann, dann kann ich auch unmittelbar dazu singen. Und nichts hätte jemals falscher sein können.

Singen und Ukulele spielen gleichzeitig (Foto: Junger Mann singt und spielt Ukulele)

Warum Singen und Ukulelespielen gleichzeitig so schwierig ist

Was ich nicht bedacht hatte: Das Spielen von Akkorden auf dem Klavier – zumindest in dieser ganz einfachen Variante – ist viel weniger komplex als das Spielen von Akkorden auf der Ukulele. (Dafür hört es sich aber auch viel langweiliger an.)

Während auf dem Klavier beide Hände im Prinzip das gleiche machen, die linke Hand nur vereinfacht, eignet man sich das Spiel sehr schnell an und kann sich auf das Singen konzentrieren.

Auf der Ukulele hingegen machen beide Hände etwas vollkommen Verschiedenes. Die linke Hand muss die Akkorde möglichst sauber und schnell genug greifen. Die rechte Hand aber muss in einem bestimmten Muster strummen, eben in Form des Strumming Patterns.

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Beides bekommt man noch halbwegs schnell hin, aber sobald das Singen hinzukommt, fliegen die meisten Anfänger beim Strumming Pattern komplett aus dem Rhythmus. Sie folgen dann oft mit ihrem Strumming mehr dem Gesang als dem Pattern oder wissen gar nicht mehr weiter.

Sei also versichert, dass das ein ganz normales Problem ist, das nahezu jeder am Anfang hat. Es gibt zwar auch Spieler, die kennen es kaum oder kommen schnell darüber hinweg, das sind aber die wenigsten. Es spielt allerdings auch keine große Rolle, denn es gibt einen Weg aus der Misere. Für alle.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig

Schritt 1: Die Akkorde müssen sitzen

Vielleicht geht es dir auch so, dass du unbedingt deinen Song spielen willst. Und du nimmst dafür in Kauf, dass die Akkorde eigentlich noch nicht richtig sitzen, weil es jetzt endlich losgehen soll.

Das ist aber der erste Fehler in der Gleichung. Denn wenn die Akkorde nicht sitzen, kann das Singen nicht funktionieren. Über die Akkorde darfst du nicht mehr nachdenken müssen. Du musst die Reihenfolge durch den ganzen Song hinweg nicht unbedingt auswendig kennen, aber die Akkorde zu formen sollte im Schlaf funktionieren.

Es ist wichtig, das wirklich so lange zu üben, bis es dir aus beiden Ohren herauskommt. Es führt kein Weg daran vorbei, außer Spotify anzumachen und andere für dich spielen zu lassen. Aber das kann ja auch nicht die Lösung sein.

Ukulele Haltung, Strumming mit der rechten Hand, Zeigefinger

Schritt 2: Das Strumming Pattern immer und überall üben

Während du deine Akkorde übst, solltest du bereits das Strumming Pattern einsetzen, das du für den Song gewählt hast. Ganz oft passt übrigens Down • Down • Up • Up • Down • Up. Das ist ein sehr beliebtes Muster, das für sehr viele Songs gut klingt.

Strumming Pattern: Down, Down, Up, Up, Down, Up

Es ist ganz wichtig, dieses Strumming Pattern wirklich zu beherrschen. Übe nicht nur die Akkorde dieses Stücks damit, sondern spiel es quasi immer, auch beim Üben anderer Akkorde oder beim Herumspielen auf der Ukulele. Es muss „second nature“ werden, wie die Amerikaner sagen.

Gesang üben (Foto: Plattenspieler)

Schritt 3: Den Gesang üben – für sich allein

Ein Song besteht aus mehreren Elementen und eines davon ist der Gesang. Man sollte nicht davon ausgehen, dass der schon einfach von ganz allein kommt, sonst wäre es kein eigenständiger Beruf, Sänger zu sein. Dann gäbe es auch keine Gesangscoaches und Casting Shows.

Auch wenn du nicht einmal annähernd perfekt singen können musst, um zu deinem Ukulelespiel zu singen: Du solltest mit dem Song vertraut sein. Den überwiegenden Teil des Textes oder besser den gesamten Text auswendig kennen.

Der Songtext kann vor dir liegen, aber er sollte nur Hilfestellung sein, dir vor allem anzeigen, wann ein Akkordwechsel ansteht. Jede Textunsicherheit, jede Rhythmusunsicherheit wird dein Ukulelespiel stören. Räum diese vermeidbaren Hürden deshalb besser vorher aus dem Weg.

Hör den Song immer und immer wieder, sing dazu, versuch, dich selbst an die Zeilen zu erinnern, anstatt permanent auf den Songtext zu schielen. Wie oft? 50 mal, 75 mal, 100 mal – bis du morgens aufstehst und dein erster Satz der erste Vers des Liedes ist. Das hilft nicht nur beim Text: Wenn du den Rhythmus des Songs förmlich aufgesogen hast, macht es das Ukulelespielen unglaublich viel einfacher.

Einfache Strumming Patterns (Foto: "One Way" Straßenschilder vor Gebäuden)

Schritt 4: Keep it simple

Sobald die Akkorde sitzen, kannst du versuchen, zu dem Song zu singen, indem du ein ganz einfaches Strumming Pattern für deine rechte Hand wählst. Und zwar einfach nur Downstrums. Einer nach dem anderen. Simpler geht es nicht.

Manche können dazu schon gleich oder relativ bald singen. Falls das bei dir nicht der Fall ist, üb einfach weiter. Möglicherweise sitzen die Akkorde doch noch nicht ganz so sicher oder das Strumming ist für dich generell noch etwas ungewohnt.

Denk dran, dass die Ukulele zwar einen leichten Einstieg bietet, aber das heißt nicht, dass man nach dem Auspacken sofort die ersten Songs spielen kann. Ich würde dir sogar empfehlen, in den ersten Wochen gar keinen Song zu versuchen, sondern nur zu üben, so schwer es auch fällt. Aber dann wird das Spielen von Songs unglaublich viel einfacher, wenn du einfach ein paar Grundlagen beherrschst und nicht mehr über jeden Akkordwechsel nachdenken musst.

Singen und spielen (Foto: Junge Frau konzentriert sich auf ihre Stimme)

Schritt 5: Geh aufs Ganze

Sobald du problemlos auf einzelne Downstrums singen kannst, probier, das eigentliche Strumming Pattern des Songs zu implementieren und darauf zu singen.

Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass das jetzt noch nicht klappt. Hast du Akkorde und Pattern richtig und viel geübt, sollte es eigentlich funktionieren. Falls nicht, gibt es auch dafür einen Trick.

Weniger nachdenken (Foto: Nachdenklicher Affe)

Schritt 6: Weniger nachdenken und drauflosspielen

Unser Kopf ist oft, aber nicht immer hilfreich. Manchmal verkopfen wir die Dinge viel zu stark. Eigentlich sollte es nämlich kein Problem für dich sein, zu deinem Song zu singen, wenn Akkorde und Strumming Pattern richtig, richtig gut sitzen. Wenn da nicht der Kopf wäre, der permanent beim Singen beobachtet, ob du denn jetzt wirklich gerade das korrekte Strumming Pattern spielst.

Aber wie schalten wir ihn ausnahmsweise mal für 5 Minuten aus? Ganz einfach: Sag dir, das Strumming Pattern sei dir vollkommen egal. Spiel den Song einfach so, wie es dir gerade passt. Nicht einfach nur mit Downstrums, sondern erfinde während des Spielens deinen ganz eigenen Groove. Ganz egal, ob das gut klingt oder nicht.

Versuch, etwas im Rhythmus des Liedes zu bleiben, aber mach ansonsten was du willst. Das, was dein Rhythmusgefühl dir gerade sagt. Tob dich einfach mal aus. Das sind manchmal mehrere Upstrums hintereinander, weil es eben gerade so aus dem Handgelenk kommt. Das sind die wildesten Muster. Und schon gar nicht wird es irgendeine Einheitlichkeit oder Wiederholung geben. Und das ist gut so.

Spiel den Song einige Male auf diese Weise und du wirst etwas Erstaunliches feststellen: Das Strumming Pattern, das du so eingeübt hast, wird sich immer stärker einschleichen, ohne dass du es forcierst. Du wirst feststellen, dass du es ganz oft automatisch wählst, einfach weil es dir so ins Blut übergegangen ist, dass es mittlerweile das Erste ist, was du spielst, wenn du deine Ukulele in die Hand nimmst.

Ehe du dich versiehst, spielst du den ganzen Song problemlos mit dem richtigen Strumming Pattern, während du dazu singst. Plötzlich musst du gar nicht mehr über das Spielen nachdenken. Es hatte nie damit zu tun, dass dir die Fähigkeiten fehlten, du musstest einfach nur mal aufhören, ständig zu kontrollieren, ob du sie wirklich hattest.

Tipp: Nimm dich auf. Entweder nur den Ton oder als Video. Da du dich nun auch noch auf die Aufnahme konzentrieren musst (Stimmen die Pegel? Läuft überhaupt die Aufnahme? Hatte ich das Shirt gebügelt?), hast du weniger Gelegenheit, über das Strumming Pattern nachzudenken. Im Prinzip hilft alles, was dich beschäftigt und deinen Kopf weiter auslastet – und dich somit davon abhält, ständig an dein Strumming zu denken.

Songs lernen (Foto: Sänger bei seinem Auftritt auf der Bühne)

Und der nächste Song?

Es ist wichtig, diese Barriere einmal durchbrochen zu haben. Bei deinen nächsten Songs wird dir das helfen. Du wirst dieses Problem wahrscheinlich nicht wieder haben, zumindest wenn du Akkorde und Strumming Pattern entsprechend ausführlich geübt hast.

Falls doch, komm einfach zu dem obigen System zurück. Es wird dir helfen, nie wieder aus dem Konzept zu geraten.

Noch ein Tipp: Etwas Neues zu lernen, kann manchmal mühsam sein. Wenn du wissen möchtest, wie man etwas besonders effektiv lernt, lies dir einmal diesen Beitrag durch. Diese Lernmethode, die unter anderem in Harvard und Stanford empfohlen wird, funktioniert für jede Art von Wissen – auch für das Lernen der Ukulele.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / Giovanni Ribeiro (@by_giovanni)
  • unsplash.com / Luke Chesser (@lukechesser)
  • unsplash.com / Brendan Church (@bdchu614)
  • unsplash.com / Vidar Nordli-Mathisen (@vidarnm)
  • unsplash.com / Rob Schreckhise (@robschreckhise)
  • unsplash.com / NeONBRAND (@neonbrand)
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