So spielt man Akkorde auf der Ukulele

Um Songs mit der Ukulele spielen zu können, müssen wir zuerst lernen, wie man Akkorde auf der Ukulele spielt. Denn sie sind der Grundpfeiler eines Songs und alles, was die meisten Ukulelisten und Gitarristen spielen, wenn sie ihre Stimme bei einem Song begleiten.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig

Akkorde auf der Ukulele zu spielen, ist wirklich einfach, vor allem verglichen mit der Gitarre, aber man kann dabei trotzdem Fehler machen. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie es richtig funktioniert. Dann musst du dir später nicht mühsam falsche Techniken abgewöhnen.

Wie ein Ukulele Akkord aufgebaut ist

Akkord auf der Ukulele spielen (Akkord Legende)

Grafik herunterladen: als Bild (PNG) | zum Ausdrucken (PDF)

Griffbilder von Akkorden folgen zum Glück einem einheitlichen Schema. Ob du nun die von Ukulele Insider verwendest, die einer anderen Website bzw. Google Images oder solche aus einem Buch. Das Prinzip bleibt das gleiche. Manche sind etwas detaillierter, andere minimalistischer, aber an der Grundfunktion ändert sich nichts.

Zunächst solltest du ein paar Begriffe kennen, die immer wieder vorkommen:

  • Saiten: Die Saiten, wer hätte es gedacht, sind die langen Stränge, die vom Hals bis zum Steg unterhalb des Schalllochs gespannt sind.
  • Bundstäbchen: Quer zu den Saiten verlaufen die Bundstäbchen. Sie teilen das Griffbrett gleichmäßig auf.
  • Bünde sind die Zwischenräume zwischen den Bundstäbchen.

Das Akkord-Schema ist einfach nur eine Abbildung deines Griffbretts. Wenn du deine Ukulele vor dich hinstellst, sodass der Hals zur Decke zeigt und du in das vordere Schallloch schauen kannst, dann hat sie exakt die Position, von der die Akkordschemata ausgehen. Das ist anfangs ungewohnt, aber schon nach kurzer Zeit drehst du das Schema im Kopf ganz automatisch.

Oberhalb des Akkordschemas (auch Griffbild genannt) findest du die Bezeichnung des Akkords. Das kann etwas Simples sein wie „F“ oder „C“, oder etwas Kompliziertes wie „F13#9“. Doch keine Sorge, von Letzterem sind wir noch weit entfernt und es ist auch nichts, was du im Alltag benötigst.

Das mit Abstand Wichtigste auf dem Griffbild sind aber die schwarzen Punkte. Denn sie markieren, an welchen Stellen deine Finger die Saiten herunterdrücken sollen.

Nach diesem Hinweis auf unser kostenloses E-Book geht der Beitrag weiter...
Ein Geschenk für dich.

99 Ukulele Tipps E-BookFür deine Anmeldung zum Ukulele Insider Newsletter erhältst du das E-Book 99 Ukulele Tipps kostenlos. Darin steht alles, was Anfänger und Fortgeschrittene wissen müssen. Das Spielen von Akkorden, Strumming, die richtige Haltung und vieles mehr. Jetzt gratis herunterladen:

Tipp: Wenn du statt schwarzer Punkte einen längeren schwarzen Balken siehst, dann handelt es sich um einen Barré-Akkord. Das bedeutet, du drückst mit einem einzelnen Finger alle Saiten herunter, über denen der Balken liegt. Das sind entweder zwei, drei oder sämtliche Saiten. Diese Akkorde sind für Anfänger deutlich schwieriger zu spielen und sollten nie am Anfang des Lernens stehen.

Zwischen dem Akkord-Namen und dem Griffbild siehst du häufig auch noch kleine Ringe (streng genommen „Nullen“). Diese zeigen bloß an, dass es sich bei den jeweiligen Saiten um sogenannte „offene Saiten“ bzw. „leere Saiten“ handelt. Das bedeutet, dass du diese Saite weder runterdrücken noch berühren darfst. Dadurch erklingt der Grundton der Saite, weil sie nicht durch deine Finger verkürzt wurde.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig

Die Haltung der Finger deiner linken Hand

Du wirst wahrscheinlich schon einige YouTube-Videos von Ukulelespielern geschaut haben. Und je nachdem wem du zugeschaut hast, hast du möglicherweise eine falsche Technik gesehen, was die Haltung der linken Hand betrifft. Meist haben sich die Spieler das am Anfang angeeignet, weil sie es nicht besser wussten oder weil die andere Haltung erst einmal bequemer wirkte, und nun wäre es zu anstrengend, das noch zu verändern.

Ukulele Haltung, Daumen der linken Hand, falsch (aufliegend)

Eine falsche Handhaltung kann aber dazu führen, dass dein Spiel auf Dauer eingeschränkt ist. Gerade mit dem typischen „Daumen auf der Kante“ schränkst du die Bewegungsfreiheit der übrigen Finger ein, was spätestens bei fortgeschrittenen Techniken zum Problem wird.

Ukulele Haltung, Daumen der linken Hand, falsch (übergreifend)

Der Daumen deiner linken Hand gehört nicht auf die Kante deines Griffbretts und sollte niemals auf das Griffbrett übergreifen – er gehört ausschließlich hinter das Griffbrett. Während du also mit deinen übrigen vier Fingern die Saiten herunterdrückst, drückt dein Daumen von der Rückseite dagegen. Dadurch ermüden außerdem deine anderen Finger nicht so stark.

Ukulele Haltung, Daumen der linken Hand, richtig

Stell dir einfach vor, du wolltest das Griffbrett mit deiner linken Hand hat ganz fest zusammendrücken und deine vier Finger müssten dabei vorne auf dem Griffbrett sein und der Daumen dahinter. Wie wäre deine natürliche Handhaltung dabei? Und genauso greift man Ukulele-Akkorde.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, Beispiel mit Stift (vorne)

Du kannst das auch zuerst mit einem Bleistift üben. Diese Übung habe ich aus dem grandiosen Buch Das Ukulelenbuch von Andreas David, das ich dir gerne noch einmal wirklich ans Herz legen möchte. Wenn du versuchst, einen Stift so zu halten, dass deine vier Finger auf der einen und dein Daumen auf der anderen Seite sind, wirst du feststellen, dass es nur eine Möglichkeit der Haltung gibt. Und genauso hältst du auch den Hals deiner Ukulele.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, falsch (zu flach)

Deine vier Finger von Zeigefinger bis kleiner Finger sollten übrigens immer möglichst senkrecht auf die Saiten drücken. Sonst passiert es schnell, dass sie andere Saiten berühren und dann kommen keine sauberen Töne zustande. Ein Finger, der eine Saite herunterdrückt, darf keine andere Saite berühren – außer es ist ein Barré-Akkord, bei dem man bewusst mehrere Saiten mit einem Finger gleichzeitig herunterdrückt. Das ist dann aber angegeben und jetzt noch nicht von Bedeutung.

Wie stark muss ich die Saite herunterdrücken?

Am Anfang kann man gar nicht einschätzen, wie stark man die Saiten der Ukulele überhaupt herunterdrücken sollte.

Übst du zu wenig Druck aus, klingen die Saiten gedämpft, es entsteht kein Ton. Denn damit ein Ton entsteht, muss die Saite das Bundstäbchen berühren, das neben dem Bund liegt, in dem du sie herunterdrückst. Ja, es liegen fast immer zwei Bundstäbchen neben einem Bund. Gemeint ist das Bundstäbchen, das näher zum Schallloch liegt.

Wie gesagt muss die Saite das Bundstäbchen aber nur berühren. Aller Kraftaufwand darüber hinaus ist verschwendet und kann sogar zu Verzerrungen führen. Auch der Akkordwechsel wird durch eine zu verkrampfte Hand nur unnötig erschwert.

Du kannst ganz einfach üben, wie viel Kraft du brauchst, mit der Zeit wandert diese Information dann in dein Muskelgedächtnis. Drück die Saite nur so leicht herunter, dass sie definitiv gedämpft ist und spiel sie mit dem Daumen der rechten Hand kurz an. Spiel sie jetzt immer wieder an und erhöh dabei langsam den Druck des Fingers deiner linken Hand. So lange bis ein sauberer Ton entsteht. Jetzt weißt du genau, wie stark du drücken musst.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig (Nahaufnahme)

Wo drücke ich die Saite am besten herunter?

Bisher sind wir uns einig, dass man eine Saite nicht auf das Bundstäbchen drückt, sondern immer im Raum dazwischen, also im Bund.

Aber je nach Größe deiner Ukulele und der Größe deiner Finger ist das ein sehr dehnbarer Begriff. Ich hatte oben schon erwähnt, dass die Saite das Bundstäbchen berühren muss, das neben dem Bund liegt (zum Schallloch hin).

Berühr die Saiten am besten so nah wie möglich an diesem Bundstäbchen, aber niemals darauf. Gerade bei komplizierteren Akkorden wird dir das nicht immer gelingen und das ist okay. Mindestens mittig im Bund solltest du die Saite aber immer greifen. Alles zwischen Mitte und kurz vor Bundstäbchen ist also der Sweet Spot, bei dem die Saite optimal klingt.

Aber probier es doch ruhig mal bei deiner Ukulele aus. Drück die Saite direkt auf dem 1. Bundstäbchen herunter (ja, ausnahmsweise) und spiel die Saite mit der rechten Hand an. Spiel sie nun immer wieder an und wandere mit deinem linken Finger ganz langsam in den zweiten Bund, bis du irgendwann auf dem 2. Bundstäbchen gelandet bist. Wo in diesem Bereich klang die Saite optimal? Das ist dein Sweet Spot.

Finger setzt man immer gleichzeitig auf. Period.

Es gibt Ukulele-Akkorde, bei denen du eine Saite, zwei Saiten, drei Saiten oder sogar vier Saiten gleichzeitig greifen musst.

Spätestens bei drei Saiten, aber bei den meisten auch schon bei zwei Saiten, machen die Finger ganz automatisch etwas, das man sich schnell abgewöhnen sollte: Sie gelangen einer nach dem anderen auf die entsprechenden Saiten anstatt gleichzeitig.

Das ist falsch und spätestens bei etwas schnellerem Spiel wirst du das auch deutlich merken.

Die Finger müssen immer gleichzeitig auf den Saiten landen, ausnahmslos. Ich weiß, dass das im Moment utopisch klingt. Zumindest klang es das für mich. Ich habe alle für verrückt erklärt, die mir weismachen wollten, dass das wirklich funktionieren kann. Ich dachte, meine Finger sind dafür einfach nicht gemacht.

Aber das gibt sich, du musst es einfach nur üben. Dafür ist Üben da. Vor allem beim von Anfängern etwas gefürchteten E-Moll-Akkord, bei dem drei Finger in drei nebeneinanderliegenden Bünden die unteren drei Saiten greifen müssen (es sieht aus wie eine Treppe), glaubt man, dass das niemals funktionieren wird. Aber es wird und zwar schneller als du glaubst. Das Gehirn ist erstaunlich flexibel, auch wenn du schon deutlich älter als 7 Jahre sein solltest.

Mach es also zu deiner festen Regel, dass du die Finger gleichzeitig auf die Saiten aufsetzt. Erlaube dir keine Ausnahme. Period.

Ukulele E Moll (Em) Akkord (Chord), Fingerhaltung

Die schwebenden Finger – oder: Wie wechselt man Akkorde?

Sobald du mehrere Akkorde gelernt hast, musst du immer wieder den Wechsel zwischen ihnen üben. Aber wie soll das gehen?

Der Trick ist, beim Spielen des einen Akkords bereits den nächsten vorzubereiten. Das klingt jetzt erst mal nach viel zu viel Aufwand für den Anfang, aber das geschieht später von ganz allein. Wenn du es jetzt übst.

Sobald du einen Akkord spielst, sollten die nicht benötigten Finger bereits in der Formation, die sie anschließend einnehmen sollen, nur wenige Millimeter über den Saiten schweben.

Manchmal können sie schon über der richtigen Saite im richtigen Bund schweben, manchmal musst du dich damit begnügen, dass sie ungefähr die richtige Formation bilden. Aber das hilft ungemein beim Wechsel.

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, falsch (abgespreizt)

Als Anfänger muss man dafür eine Neigung unterbinden, die die meisten ganz natürlicherweise haben: Wenn sie mit ihren Fingern Saiten herunterdrücken, dann spreizen sie die nicht benötigten Finger ab. Das ist ein Kardinalsfehler, denn so kannst du nicht effektiv zwischen den Akkorden wechseln. Wir sind schließlich nicht bei der Queen zum Tee.

Übe erst einmal, die Finger nicht abzuspreizen. Das dauert ein paar Tage, bis das Gehirn diese alte Neigung überschrieben hat, also mach dir deswegen keinen Druck. Übe es aber jedes Mal, wenn du einen Akkord spielst, ganz bewusst. Nach kurzer Zeit erledigt sich das Problem dann von alleine und du kannst deine Aufmerksamkeit darauf lenken, den Wechsel vorzubereiten.

Merk dir einfach: Solange die nicht benötigten Finger immer nur ein paar Millimeter über den Saiten schweben, anstatt abgespreizt zu sein, ist das schon die halbe Miete. Haben sie dann noch die richtige Formation, ist der Wechsel extrem leicht.

Wie übt man Akkorde am effektivsten?

Sobald du den zweiten Akkord lernst, kannst du eigentlich erst anfangen, Akkorde richtig zu üben. Da man meist mit „C“ und „F“ anfängt, also bereits am ersten Tag, denn beide sind ziemlich leicht.

Ich empfehle dir das folgende 3-Schritte-Programm zum Üben deiner Akkorde:

  1. Setz die Finger auf die Saiten und drück sie sauber herunter, so wie es das Schema anzeigt. Nun lass sie ein paar Millimeter oder auch mal einen Zentimeter über den Saiten schweben. Dann setz sie wieder auf. Wiederhole das, ruhig 20, 30, 40, 50 mal, so oft wie du brauchst, damit das absolut flüssig klappt. Um zu überprüfen, ob du den Akkord richtig gegriffen hast, solltest du mit der rechten Hand immer wieder alle Saiten nacheinander anspielen, sobald deine Finger auf den Saiten positioniert sind.
  2. Nun greifst du den C-Akkord und wechselst anschließend zu dem neuen Akkord. Und von nun an wechselst du hin und her. Denk daran, die Finger unbedingt gleichzeitig aufzusetzen. Auch wenn es nicht gleich klappt, probier es immer wieder. Irgendwann hat dein Gehirn sich die Bewegung eingeprägt. Achte auch darauf, den Wechsel stets vorzubereiten und die nicht benötigten Finger immer nur wenige Millimeter über den Saiten schweben zu lassen, statt sie abzuspreizen. Auch hier hilft es, die Saiten mit der rechten Hand nacheinander immer wieder anzuspielen, um die Sauberkeit im Greifen zu überprüfen.
  3. Sobald du mehr als diese zwei Akkorde kannst, wechselst du regelmäßig zwischen allen dir bekannten Akkorden und dem neuen Akkord hin und her. Denn du weißt ja nie, in welcher Reihenfolge du sie irgendwann einmal greifen musst.

Das ist ein trostloses, aber wirklich gutes Training. Und du wirst feststellen, dass du die ersten Akkorde schon nach rund einer Woche ziemlich sauber greifen kannst. Und das wird von Tag zu Tag und von Woche zu Woche besser, bleib einfach nur dran. Je häufiger und regelmäßiger du spielst, desto besser und permanenter werden die Nervenbahnen in deinem Gehirn.

Wenn du fleißig deine Akkorde übst, ist es nur noch ein Wimpernschlag bis zum Spielen von Songs.

Nimm dir nicht zu viel vor

Du hast wahrscheinlich schon die Songtexte und Akkorde zu all deinen Lieblingssongs herausgesucht und versuchst nun zu ermitteln, welche Akkorde du wohl am schnellsten lernen kannst.

Tu dir selbst einen Gefallen und leg die Latte nicht so hoch. Ich halte es persönlich sogar für sinnvoll, die ersten 1-4 Wochen gar nicht auf Lieder hin zu lernen, sondern erst einmal die gängigsten Akkorde zu üben.

Die Anfängerbücher arbeiten immer auf irgendein Lied hin, aber das machen sie meistens nur, weil vor allem Kinder und Jugendliche sonst schnell die Lust verlieren. Zumindest Erwachsenen rate ich deshalb, in den sauren Apfel zu beißen und dieses Projekt nur für wenige Wochen zu verschieben.

Das hat einen riesigen Vorteil. Wenn du bis dahin fleißig deine Akkorde geübt hast (und es für die Zeit betrachtest wie Zähneputzen), dann hast du bereits einen Grundstock, den du sicher und sauber spielen kannst. Von da ist es nur noch ein Wimpernschlag bis zum Spielen von Songs.

Umgekehrt kann es jedoch ganz schön frustrierend und überfordernd sein, ein Lied spielen zu wollen, aber mit den eigenen Erwartungen nicht mithalten zu können. Denn du musst ja die Akkorde greifen, das Strumming Pattern strummen und eventuell noch dazu singen. Das kann nicht alles gleichzeitig funktionieren. Die meisten suchen sich dann auch noch viel zu komplizierte Akkorde oder Songs für den Anfang heraus und machen sich das Leben so unnötig schwer.

Die ersten Ukulele Akkorde (C, A, G, E, D, F, G7, Am, Em, Dm)

Grafik herunterladen: als Bild (PNG) | zum Ausdrucken (PDF)

Welche Akkorde soll ich zuerst lernen?

Du kannst natürlich alle Akkorde lernen, die du möchtest. Aber es gibt einfach welche, die besonders geläufig und gleichzeitig besonders einfach sind. Mit denen du also schnelle Erfolge erzielst und trotzdem schon etwas anfangen kannst. Darum schlage ich dir diese Reihenfolge vor:

  • C-Dur
  • F-Dur
  • A-Moll
  • G-Dur
  • D-Dur
  • A-Dur
  • G7
  • D-Moll (erster kleiner aber noch leichter Barré-Akkord)
  • E-Moll (der Treppenakkord)
  • E-Dur (der erste schwierige Barré-Akkord)

Wenn du diese 10 Akkorde kannst, dann kannst du schon die meisten populären Songs spielen.

Möchtest du so schnell wie möglich die ersten Songs spielen und ist dir die Didaktik nicht ganz so wichtig, dann konzentrier dich zunächst auf die folgenden vier und ergänze sie dann stetig um die obigen:

C – G – Am – F ist eine ganz typische Akkord-Abfolge (Chord Progression), sie basiert auf I – V – vi – IV. Selbst wenn Lieder nicht exakt in diesen Akkorden geschrieben sind, dann verwendeten die Songschreiber aber zumeist dasselbe Verhältnis zwischen den Akkorden. D.h., du kannst die Songs damit spielen, sie klingen dann möglicherweise bloß etwas tiefer oder höher als im Original (weil sie transponiert wurden). Wenn sie tiefer klingen, kannst du ja einfach einen Capo benutzen.

Mit diesen vier Akkorden kannst du Hunderte wenn nicht Tausende von Songs spielen. Das obige Video demonstriert das schon einmal. Falls du es noch nicht kennst, solltest du es dir unbedingt anschauen. Du wirst einen ganz neuen Blick auf die Qualität heutiger Popmusik bekommen.

Häufige Fehler

Das Akkordspiel klappt nicht bei allen Akkorden immer so reibungslos wie z.B. bei C-Dur. Manchmal klingt einfach etwas nicht. Hier sind Gründe, woran das liegen könnte.

  • Gedämpfte Saiten: Am häufigsten kommt es vor, dass man mit seinen Fingern Saiten berührt, die man gar nicht berühren soll. Denk daran, dass jeder Finger nur eine Saite herunterdrückt und keinesfalls eine andere berühren darf, deshalb musst du die Finger möglichst senkrecht auf das Griffbrett stellen. Nur bei Barré-Akkorden drückt man mehrere Saiten mit einem Finger herunter, dann aber explizit und nicht versehentlich.
  • Schnarrende Saiten: Manchmal erzeugen Saiten auch ein Schnarren. In den meisten Fällen ist das auf ein unsauberes Spiel zurückzuführen. Du drückst also die Saite möglicherweise nicht an der korrekten Stelle und mit der optimalen Intensität herunter. Es kann aber auch sein, dass ein Mangel an der Ukulele vorliegt. Denn es gibt Konstruktionen bzw. Konstruktionsfehler, die ein Schnarren begünstigen.
  • Schiefe Töne: Achte darauf, dass deine Ukulele vor jedem Spiel ordentlich gestimmt ist, ansonsten kann alles nur falsch klingen. Doch selbst wenn alles in Stimmung ist, kann es trotzdem passieren, dass Töne nicht richtig klingen. Möglicherweise hast du die Saite zu stark heruntergedrückt oder du drückst auf das Bundstäbchen. Setze nur so viel Kraft ein, wie gerade erforderlich ist, um einen sauberen Ton zu erzeugen und drücke die Saite zwischen den Bundstäbchen herunter.

Ein paar allgemeine Lerntipps

Die folgenden Lerntipps gelten nicht nur für das Akkordspiel, aber trotzdem ganz besonders auch dafür. Je genauer du dich daran hältst, desto schneller werden sich die Erfolge einstellen.

  • Das Gehirn lernt durch Wiederholungen. Nur wenn du etwas immer wieder wiederholst – über Tage und Wochen und Monate – weiß es, dass diese Information wichtig ist und behält sie. Ganz gleich ob das Faktenwissen auf Karteikarten ist oder etwas, das ins sogenannte Muskelgedächtnis soll. Wie Bewegungen auf dem Griffbrett.
  • Regelmäßigkeit ist der Schlüssel: Übe nicht nur neue Akkorde, sondern bau dein Repertoire aus. Alles, was du bisher gelernt hast, solltest du am besten jeden Tag wieder üben. Nicht lange, es kommt vor allem auf die Regelmäßigkeit an, auf die am besten tägliche Beschäftigung damit. Wechsel also zwischen allen gelernten Akkorden immer wieder mal hin und her. Übe alle bisher gelernten Strumming Patterns, damit sie dauerhaft sitzen.
  • Es bringt überhaupt nichts, an einem Tag der Woche stundenlang zu üben und dafür an den restlichen Tagen nichts zu machen. So lernt kein Gehirn irgendetwas. Spiel besser nur 10 Minuten pro Tag als eine Stunde am Wochenende. Das Gehirn braucht Wiederholungen – und den Schlaf zwischen den Wiederholungen –, um das Gelernte zu verarbeiten. Pauken ist bei Klausuren schon ineffektiv und beim Lernen von Instrumenten erst recht.

Frustriert vom Ukulelespielen? (Foto: Kleiner Affe lehnt frustriert auf einem Geländer)

Frustriert?

Aller Anfang ist schwer, auch auf der Ukulele. Insofern ist es nicht ganz fair, dass immer alle sagen, die Ukulele sei so leicht zu lernen. Ist sie objektiv auch, aber in den ersten Tagen kann man trotzdem das Gefühl haben, dass gar nichts klappt. Und dass man das niemals lernen wird.

Eines kann ich dir aber garantieren: Wenn du dabei bleibst, wirst du es lernen, sofern du nicht irgendeinen pathologischen Zustand hast, der das unmöglich macht. Aber dann hättest du wahrscheinlich gar nicht erst eine Ukulele gekauft. Jeder kann Ukulele lernen, es hat nur wie bei allen lohnenswerten Dingen im Leben etwas mit Durchhaltevermögen zu tun.

Das Gehirn braucht immer etwas Zeit, ganz neue Bewegungsmuster zu lernen. Gerade für die linke Hand, die zumindest bei Rechtshändern sehr stiefmütterlich verwendet wird. Da ist es vollkommen normal, dass sich das am Anfang wie ein Knoten im Kopf anfühlt. Das Gefühl bedeutet nicht, dass etwas für dich nicht möglich ist, sondern bloß, dass es ungewohnt ist.

Wenn du einfach dran bleibst, dann wirst du feststellen, wie schnell sich die Erfolge plötzlich einstellen. Dinge, für die man anfangs noch Wochen einkalkuliert, weil sie so schwierig wirken, funktionieren plötzlich nach wenigen Tagen. Oder noch am selben.

Das Wichtigste ist, dass du dich deswegen nicht fertig machst. Ich weiß, je höher die eigenen Ansprüche sind, desto eher neigt man dazu, weil man so enttäuscht ist. Ignorier das und spiel einfach weiter. Du wirst überrascht sein.

Noch ein Tipp: Etwas Neues zu lernen, kann manchmal mühsam sein. Wenn du wissen möchtest, wie man etwas besonders effektiv lernt, lies dir einmal diesen Beitrag durch. Diese Lernmethode, die unter anderem in Harvard und Stanford empfohlen wird, funktioniert für jede Art von Wissen – auch für das Lernen der Ukulele.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • Affe: unsplash.com / Jared Rice (@jareddrice)
»99 Ukulele Tipps« kostenlos – mein Dankeschön für dein Newsletter-Abonnement

99 Ukulele Tipps E-BookNach deiner Anmeldung erhältst du das E-Book 99 Ukulele Tipps mit vielen hilfreichen Tricks rund um die Ukulele kostenlos. Vom Kauf der Ukulele über Tipps zum Ukulele lernen bis hin zum Fingerpicking deckt dieses E-Book alles ab, was Anfänger und Fortgeschrittene wissen müssen. Jetzt gratis herunterladen:

Kommentare

  1. Danke für dieses sorgfältig aufgebaute Tutorial, das mir als Anfänger sicher weiterhelfen wird. Respekt auch für den didaktisch schlüssigen Aufbau. Die Hinweise zum erfolgreichen Üben sind haarscharf auf den Punkt und werden bei Befolgen bestimmt helfen, ohne überflüssige Rückschläge vorwärtszukommen.

    Gruß aus Dortmund
    Jo Perrey

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.