Ukulele geschenkt bekommen? Der ultimative Starter-Guide

Lag eine Ukulele dem Weihnachtsbaum? Dann scheint dich jemand wirklich zu mögen, denn du besitzt nun eines der schönsten und fröhlichsten Instrumente, die es gibt. Und dazu ist es noch eines der Instrumente, die am einfachsten zu lernen sind. Damit du am Anfang nicht die gleichen Fehler machst, wie ich, habe ich für dich einige Tipps zusammengestellt, die dir bei deinen ersten Schritten helfen werden. Du erfährst sogar, was du tun kannst, wenn du „nur“ einen Gutschein bekommen hast und die Wahl der Ukulele noch aussteht. Los geht’s.

Ukulele geschenkt bekommen (Foto: Viele rot und weiß verpackte Weihnachtsgeschenke)

Wie funktioniert die Ukulele?

Gehen wir einmal kurz davon aus, dass du noch nie ein Saiteninstrument in der Hand hattest und dass die Ukulele eine riesige Überraschung war:

Die Ukulele besteht, grob gesagt, aus einem Korpus, einem Hals mit Griffbrett und Saiten. Wenn du die Saiten über dem Korpus mit deiner (rechten) Hand von oben nach unten in einem Rutsch anschlägst, hast du einen Akkord zum Klingen gebracht.

Um einen anderen Akkord zu spielen, drückst du die Saiten auf dem Griffbrett mit deiner anderen (linken) Hand herunter. Immer zwischen den silbernen Bundstäbchen, die quer auf dem Griffbrett verlaufen. Sie unterteilen das Brett nämlich in mehrere Bünde. Wir drücken Saiten immer so nah wie möglich am Bundstäbchen herunter, das näher zum Korpus liegt.

Abhängig davon, welche Saiten du in welchem Bund herunterdrückst (manchmal ist das nur eine Saite, manchmal sind es sogar vier gleichzeitig), verändert sich der Akkord, den deine rechte Hand beim Abschlag erzeugt. Der Abschlag heißt übrigens Strumming und das Herunterdrücken der Saiten nennt man Greifen. Du greifst und strummst also Akkorde.

Das klingt schon gut, aber noch relativ langweilig. Deine Strumming Hand muss deshalb etwas kreativer werden, als nur immer wieder von oben nach unten die Saiten anzuschlagen. Dafür gibt es sogenannte Strumming Patterns. Das sind Muster, nach denen du die Saiten anschlägst, z.B.:

Runter • Runter • Rauf • Rauf • Runter • Rauf

Es gibt verschiedene Patterns für verschiedene Arten von Songs, aber die meisten sind sehr universell. Du musst also nicht für jeden Song ein neues Strumming Pattern lernen, sondern kannst es wie die Akkorde auch wiederverwenden. Dadurch dass du den Rhythmus beim Schlagen änderst, sind die Patterns sehr, sehr vielseitig und können zum Teil für Tausende von Songs eingesetzt werden.

Eine Sache musst du aber noch beachten: Vor jedem Spielen solltest du deine Ukulele stimmen. Je neuer sie ist, desto weniger gut kann sie die Töne halten. Später magst du etwas lockerer mit der Regel umgehen, am besten gewöhnst du dir aber an, sie kurz vor dem Spielen zu stimmen. Das dauert mit etwas Übung nur noch wenige Sekunden.

Schau dir unbedingt diese Beiträge an, um mehr zu erfahren:

Akkorde oder Tabs (Foto: Mann am Schreibtisch mit Noten und Laptop, Kaffee, Kopfhörer)

Akkorde oder Tabs lernen?

Vielleicht hast du dich schon etwas eingelesen und festgestellt, dass man zu manchen Stücken Akkorde bekommt, zu anderen Tabs – und meistens beides. Aber was ist der Unterschied?

Akkorde sind nichts weiter als Töne, die gleichzeitig (und harmonisch) erklingen. Meist bestehen sie aus drei bis vier Tönen, die zusammen angespielt werden. Eine Möhre ist eine Möhre, Spinat ist Spinat, Blaubeeren sind Blaubeeren – aber nur zusammen sind sie ein Smoothie. Du schmeckst vermutlich alle Zutaten heraus, aber gemeinsam ergeben sie einen ganz neuen Geschmack. Und genauso formen mehrere Töne einen Akkord.

Wenn du ein Lied nach Akkorden spielst, dann greifst du diese Akkorde auf dem Griffbrett und schlägst sie mit der rechten Hand nach der Vorgabe eines Strumming Patterns an. Das ist klasse für die Begleitung deiner eigenen Stimme oder der Stimme eines Freundes. Aber es würde sich nicht so sehr eignen, um ein Stück instrumental zu spielen.

Normalerweise braucht man dafür Noten. Aber für Gitarren und Ukulelen gibt es ein eigenes System, das sehr viel einfacher zu lernen ist: Das Tab-System. Das ist ein sehr vereinfachtes Notensystem, dass dir anhand deines Griffbretts anzeigt, welche Saite in welchem Bund heruntergedrückt und gespielt wird. Du kannst es in wenigen Stunden lernen. Was allerdings nicht heißt, dass dabei nach ein paar Stunden schon etwas Brauchbares herauskommt.

Ich möchte dir wirklich empfehlen, mit Akkorden anzufangen. Es ist sehr viel einfacher für die meisten, die Akkorde zu spielen und dann nach einer Weile dazu zu singen. Nur wenn du mit Gesang wirklich gar nichts anfangen kannst und überhaupt nicht gerne singst, würde ich mit Tabs beginnen. Aber hier dauert es ein klein wenig länger, bis man einen ganzen Song beherrscht. Allerdings ist der Weg ja auch das Ziel.

Generell sind Akkorde oder Tabs nicht besser oder schlechter. Sie sind einfach für einen ganz unterschiedlichen Anwendungszweck gedacht – und werden sogar oft kombiniert. Denk an einen Singer Songwriter, der seinen Gesang auf der Bühne mit Akkorden begleitet… und dann in einer Gesangspause des Liedes ein interessantes Riff spielt, da die Akkorde alleine vielleicht zu trostlos klingen würden.

Du machst dir das Leben bloß viel einfacher, wenn du die ersten Wochen überhaupt nicht an Tabs denkst. Die meisten Spieler lernen am Anfang erst einmal nur die Akkorde. Die Tabs laufen ja nicht weg.

Lies dir diese Artikel durch, um Akkorde grundlegend zu verstehen und spielen zu lernen:

Ukulele Haltung, Finger der linken Hand, richtig (Nahaufnahme)

Deine ersten vier Akkorde

Ja, es gibt Hunderte von Akkorden. Vielleicht hast du sogar ein Buch oder ein Plakat mit Akkorden geschenkt bekommen. Lass dich davon bitte nicht demotivieren. Musik ist keine Sprache, bei der du mit ein paar Wörtern nichts anfangen könntest, außer dir einen Kaffee zu bestellen.

Wenn du vier Akkorde kannst, dann bist du bereits in der Lage, Tausende von Popsongs zu spielen. Und zwar nicht irgendeinen alten Kram aus verstaubten Liederbüchern, sondern moderne Songs, die erst gestern erschienen sind. Oder dieses Jahr. Oder letztes Jahr. Oder vor 20 Jahren.

Obwohl diese Songs unterschiedlich klingen, basieren sie alle auf vier Akkorden. Manchmal muss man Songs in eine andere „Stimmung“ bringen, damit diese vier Akkorde dabei herauskommen, aber das kann man ganz automatisch machen lassen, ohne verstehen zu müssen, was im Hintergrund genau passiert.

Diese vier Akkorde, die dir Tür und Tor öffnen für Tausende von coolen Songs, lauten:

Verschwende deine Zeit am Anfang nicht mit exotischen oder komplizierten Akkorden. In vielen Lehrbüchern werden dir die Songs beigebracht, die zu den Stücken passen, die der Autor ausgesucht hat. Der hat sich allerdings meist für uralte und (aus heutiger Sicht) langweilige Songs entschieden, weil er dafür keine Tantiemen zahlen muss – wie er es z.B. müsste, wenn er einen Song von Taylor Swift abdruckt. Und so wird der Leser gequält, nicht nur Lieder zu spielen, die ihn nicht interessieren, sondern auch noch Akkorde zu lernen, die ihm rein gar nichts bringen.

Lern die obigen vier Akkorde (am besten in der angegebenen Reihenfolge) und du kannst sogar jahrelang Spaß mit deiner Ukulele haben, ohne jemals einen weiteren Akkord zu lernen. Das soll dich keinesfalls davon abhalten, mehr zu lernen – denn dadurch kannst du auch viel mehr Songs spielen. Am Anfang ist es aber meistens hilfreich, wenn man einmal alles ausblenden kann, was gerade irrelevant ist.

Achtung: Es sind nur vier Akkorde, aber das heißt nicht, dass du die zwingend schon an Heiligabend spielen kannst. Nimm dir diesen Druck raus. Es gibt Leute, die können sehr schnell ihre Finger daran gewöhnen, auf dem Griffbrett genau das zu machen, was sie sollen. Und andere brauchen etwas mehr Eingewöhnung. Das sagt nichts darüber aus, ob aus dir ein guter Ukulelespieler wird, denn dieser kurze Vorteil ist irgendwann aufgehoben – wenn es an die komplizierteren Themen geht.

Ich weiß, es wäre klasse, schon am ersten Tag einen Song zu spielen. Aber das ist nicht immer realistisch. Wichtiger ist, dass du lernst, die Akkorde sauber zu greifen und das Strumming Pattern sicher zu spielen. Beachte unbedingt all die Tipps bei der Technik, denn es ist immer mühsam, sich später schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen und Dinge umzulernen.

Falls du noch Hilfe brauchst:

Ukulele Haltung, Strumming mit der rechten Hand, Zeigefinger (Anschlagen der Saiten)

Dein erstes (und das universellste) Strumming Pattern

Während du deine ersten Akkorde lernst, kannst du auch schon dein erstes Strumming Pattern üben. Das ist, wie gesagt, nur eine Abfolge von Schlägen mit deiner (rechten) Strumming Hand. Es geht entweder rauf oder runter.

Indem du den Rhythmus und die Geschwindigkeit änderst, klingt dasselbe Strumming Pattern plötzlich ganz unterschiedlich und kann so für die verschiedensten Songs eingesetzt werden.

Das erste Strumming Pattern, das du lernen solltest, ist der sogenannte Island Strum:

Runter • Runter • Rauf • Rauf • Runter • Rauf

Es hilft, wenn man beim Schlagen spricht, was man macht. Und dabei ist es wiederum hilfreich, auf die englische Sprache auszuweichen, denn dort sind beide Wörter einsilbig und lassen sich viel leichter zum Strummen sprechen:

Down • Down • Up • Up • Down • Up

Üb das erst mal für sich. Schau, dass du die Reihenfolge wirklich einhältst. Und dann probier einmal, Pausen zu integrieren, um einen gewissen Rhythmus hineinzubekommen. Mach dort eine kurze Pause, wo zwei Punkte (••) sind:

Down •• Down • Up •• Up • Down • Up

Wenn es dir schwerfällt, das zu spielen, dann sag es dir erst mal (mit der Pause) vor. Zunächst langsam mit einer langen Pause. Und dann schneller mit einer kürzeren Pause.

Ziel des Ganzen ist es, das Strumming Pattern als Endlosschleife immer wieder hintereinander zu spielen. Das heißt, nach dem letzten Up geht es sofort wieder mit dem ersten Down los. Übrigens ohne eine Pause.

Sobald du das recht sicher kannst, lohnt es sich, erst einmal nur noch dieses Strumming Pattern zu spielen. Auch beim Üben der einzelnen Akkorde. Es ist wichtig, dass dir das wirklich in Fleisch und Blut übergeht, dass du gar nicht mehr über das Pattern nachdenken musst. Sollte das zu vielen Fehlern beim Greifen der Akkorde führen, warte noch eine Weile und übe die Akkorde unabhängig vom Strumming Pattern.

Übrigens: Auch wenn die Gitarristen über dem Schallloch strummen, wir Ukulelisten machen das nicht. Wir strummen dort, wo der Hals in den Korpus übergeht. Das sorgt für den besten Klang.

Um das Strumming Pattern zu lernen, ließ auch diesen Artikel:

Songs auf der Ukulele lernen (Foto: Sängerin auf der Bühne)

Deine ersten vier Songs

Na klar, du willst Songs spielen. Deshalb nimmst du diesen Aufwand ja auch überhaupt erst auf dich. Und ich hatte dir versprochen, dass du mit den vier genannten Akkorden Tausende von Songs spielen kannst.

Tu dir aber selbst einen Gefallen und fang erst mit dem Lernen der Songs an, wenn die vier Akkorde und das Strumming Pattern wirklich sitzen. Es ist bloß frustrierend, wenn alles einfach nicht nach dem Song klingt, weil man noch nicht in der Lage ist, die Akkorde schnell genug zu wechseln. Oder weil man noch über das Strumming Pattern nachdenken muss. Es ist besser, die ersten Tage ganz intensiv die Akkorde und das Pattern zu lernen – du wirst am Ende schneller deinen ersten Song spielen können als die, die sich gleich an den Song wagen. Vertrau mir.

Sobald du bereit bist, wie wäre es mit einem von diesen vier Songs?

(Die Ziffer in den eckigen Klammern neben dem Songtitel steht für den Transpose-Wert. Klicke einfach mehrmals auf den Button „-1“ oder „+1“ auf Ultimate Guitar, um das Stück zu transponieren. Ein Sternchen steht dafür, dass du auf den Button „Simplify“ klicken solltest.)

Diese vier Songs sind verhältnismäßig leicht zu spielen und nicht aus der verstaubten Mottenkiste wie „Oh When The Saints“ oder „Oh Susannah“. Da sie aber auch nicht brandneu sind, findest du online sehr viele Lernmaterialien dazu, mit denen du sie in Windeseile lernen kannst.

Alle vier Songs kannst du mit dem Strumming Pattern und den vier Akkorden spielen, die du oben gelernt hast. Ja, es gibt Varianten mit anderen Akkorden. Ja, es gibt auch andere passende Strumming Patterns. Aber ich garantiere dir: Es funktioniert hervorragend mit der obigen Kombination. Du musst nur manchmal erst den richtigen „Groove“ finden – spiel das Pattern also nicht zu statisch, sondern lass dich vom Rhythmus der Musik treiben.

Du benötigst übrigens nicht unbedingt ein Capo, aber dazu gleich mehr. Alle Songs kannst du ohne Capo spielen, sie klingen nur möglicherweise etwas tiefer als im Original. Für manche Gesangstimmen ist das sogar vorteilhaft.

Ukulele Geschenk (Foto: Kleines Kind mit Wunschzettel beim Weihnachtsmann)

Zubehör, das du anschaffen solltest

Du hast eine Ukulele geschenkt bekommen aber überhaupt kein Zubehör? Keine Sorge. Du brauchst an deinem ersten Tag grundsätzlich gar nichts, was du nicht bereits hast. Deine Ukulele alleine reicht vollkommen aus, sofern sie bereits mit Saiten bespannt ist (und sie nicht beim Transport gerissen sind).

Drei Dinge gibt es trotzdem, deren Anschaffung sich lohnen kann. Wenn nicht sofort, dann vielleicht demnächst. Denk dran, es ist Gutschein-Saison.

1. Gurt

Meiner Meinung nach sollte man die Ukulele nicht ohne Gurt spielen. Es ist um ein Vielfaches schwieriger und sorgt für orthopädische Probleme. Einige der besten Ukulelespieler der Welt spielen mit Gurt. Früher war es verpönt, mittlerweile müssen selbst Musiker akzeptieren, dass ihr Körper nicht alles mitmacht. Und so leicht die Ukulele auch sein mag – so schwer ist es, sie zu halten, während du Akkorde greifst und strummst.

Es gibt Gurte, die kannst du in das Schallloch clippen. Und es gibt solche, für die brauchst du mindestens einen Gurtknopf an der Ukulele. Diese sind fast nie von vornherein angebracht, das solltest du bei einem Gitarrenbauer oder im Musikfachgeschäft nachholen lassen. Je teurer die Ukulele, desto versierter sollte derjenige sein, der sie anbringt. Das dauert nur wenige Minuten und kostet so viel wie ein Kaffee bei Starbucks.

Probier verschiedene Gurte aus, für jeden funktioniert etwas anderes besser. Falls du keine Möglichkeit hast, an einen Gurt zu kommen, aber es dir schwerfällt, ohne einen Gurt zu spielen, probier Folgendes:

Nimm eine Schnur, mindestens in der Dicke einer Paketschnur bzw. eines Küchengarns. Mehrere Schnürsenkel miteinander verknotet können auch funktionieren.

Binde das eine Ende um den Korpus und das andere Ende um die Kopfplatte der Ukulele (genau in der Mitte zwischen den vier Stimmwirbeln. Mach die Schnur so lang, dass du dir die Ukulele damit umhängen kannst und dass sie in etwa vor deinem Brustkorb anliegt. Denk dran, wir spielen die Ukulele nicht vor dem Bauch und nicht auf Gürtelhöhe – sondern vor bzw. knapp unterhalb des Brustkorbs.

2. Stimmgerät

Du kannst deine Ukulele auch ohne Stimmgerät stimmen. Allerdings ist das mitunter ein wenig mühsam. Es gibt kleine Clip Tuner, die du an der Kopfplatte deiner Ukulele befestigen kannst. In einfacher Ausführung kosten sie nur ein paar Euro und die reichen erst einmal vollkommen aus.

Außerdem gibt es Apps für praktisch jedes Smartphone, die gleichen dann den Klang über das Mikrofon ab (statt über Schwingungen wie die Clip Tuner).

3. Capo

Irgendwann solltest du vermutlich einen Capo anschaffen, aber das hat wirklich Zeit. Der Capo ermöglicht dir, Songs in eine andere Stimmlage zu bringen. Du klemmst den Capo einfach in einen Bund und schon klingen alle Akkorde einen oder mehrere Halbtöne höher.

Dadurch ist es möglich, auch Songs in der Originalstimmung zu spielen, deren Akkorde du nicht beherrschst. Das ist vor allem wichtig, wenn du dich erst einmal voll auf die vier oben genannten Akkorde konzentrieren willst.

Nicht alle Songs bestehen exakt aus C, F, Am, G. Manchmal sind sie ein paar Halbtöne höher. Du kannst den Song dann heruntertransponieren, indem du alle Akkorde gleichmäßig um dieselbe Anzahl an Halbtönen herabsetzt. Dann gelangst du irgendwann du C, F, Am und G. Damit das Stück nun wie im Original klingt, klemmst du den Capo in den jeweiligen Bund (1. Bund ein Halbtonschritt, 2. Bund zwei Halbtonschritte, usw.). Fertig.

Das ist aber nicht zwingend nötig. Du kannst den Song auch einfach etwas tiefer spielen, für viele Gesangstimmen kann das sogar sehr vorteilhaft sein. Mach dir als keine Sorgen, falls kein Capo unter dem Weihnachtsbaum lag. Ohne das Original abzuspielen, wirst du den Unterschied vielleicht nicht einmal feststellen.

In diesem Artikel erfährst du mehr über das richtige Zubehör:

Ukulele Videos (Foto: Smartphone auf einem Stativ nimmt ein Video auf)

Videos, du dir anschauen solltest.

Generell hilft es, am Anfang viele YouTube-Videos zu schauen. So bekommst du am schnellsten mit, wie andere Ukulele spielen. Du lernst etwas über das Greifen von Akkorden, über das Strummen, das Halten und vieles mehr. Du kannst dir außerdem den Rhythmus abschauen.

Ein Wort der Warnung sei aber gesagt: Nur weil jemand ein YouTube-Video ins Netz stellt, bedeutet das nicht, dass er weiß, was er tut. Manche spielen wunderschön Ukulele, haben aber trotzdem eine falsche Technik. Sie kommen damit möglicherweise klar, das muss aber nicht auf dich zutreffen. Und wer weiß, vielleicht kommen sie selbst auch nicht weiter, weil sie sich etwas falsch angeeignet haben. Aber darüber spricht niemand.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Lage deines linken Daumens. Du wirst viele Ukulelespieler sehen, die den Daumen ihrer linken Hand auf die Kante des Griffbretts legen oder vielleicht sogar darüber, sodass er in der Nähe der Saiten ist oder sogar hilft, die obere herunterzudrücken. Das ist falsch. Wirklich vollkommen falsch. Und du solltest es in jedem Fall vermeiden. Es schränkt nicht nur deine Beweglichkeit ein, sondern macht das Greifen mancher Akkorde nahezu unmöglich. Der Daumen liegt hinten am Hals auf, meistens so gerade wie ein Bundstäbchen, manchmal etwas gedreht. Aber stets hinten.

Wenn du das im Hinterkopf behältst, kannst du sehr viel von den YouTube Tutorials lernen. Hier ein paar Channels, die wirklich hilfreich sind:

Die sind zwar alle auf Englisch, aber das hat zwei Gründe: Zum einen gibt es relativ wenig deutsche Ukulele Videos. Zum anderen sind deutsche Inhalte englischsprachigen fast ausnahmslos in der Qualität und Didaktik unterlegen. Und zwar nicht ein bisschen, sondern meist um Längen. Das gilt nicht nur für die Ukulele, das gilt für praktisch jede Thematik und jedes Format, ob Buch, Video, Artikel oder Kurs. Vor allem, wenn es das Lernen betrifft. Und da ich dir hier nur gute Quellen empfehlen möchte, lasse ich die deutschen lieber außen vor. Du kannst allerdings auch ohne Englischkenntnisse schon viel mitnehmen, indem du einfach nur aufmerksam zuschaust.

Ukulele Fehler (Mann schüttet Kaffee in eine Tasse mit der Aufschrift "Ugh")

Fehler, die du vermeiden solltest

Es ist vollkommen verständlich, dass du so schnell wie möglich Ukulele lernen willst. Immerhin macht sie erst so richtig Spaß, sobald man die ersten Lieder spielen kann. Keine Sorge, das wird dir innerhalb von einigen Tagen oder wenigen Wochen gelingen, wenn du regelmäßig übst.

Um so schnell wie möglich voranzukommen, solltest du die folgenden Fehler vermeiden:

1. Unregelmäßiges Üben

Unter der Woche kommt so viel dazwischen, da übt man schon mal lieber etwas länger am Wochenende, um alles aufzuholen. Das führt allerdings zu Chaos.

Dein Gehirn kann so nicht lernen, vor allem nicht, wenn es darum geht, Bewegungsmuster einzustudieren. Jeden Tag 10 bis 15 Minuten zu üben, ist viel effektiver als mehrere Stunde am Wochenende. Der Zeitaufwand klingt banal, aber die Regelmäßigkeit ist unheimlich wichtig für dein Gehirn.

Soll es ganz schnell gehen? Leg jeden Tag mehrere Einheiten von 10-15 Minuten ein. Vielleicht sogar 5, 6 oder 10 Einheiten. Aber lass immer eine Pause dazwischen, mindestens 30 Minuten, besser die eine oder andere Stunde. Das Gehirn lernt nicht während des Übens, es lernt in der Zeit dazwischen.

2. Die falsche Haltung und Technik

Achte auf die richtige Haltung beim Ukulelespielen. Nicht nur auf die deines Oberkörpers, sondern vor allem auch auf die deiner Finger. Führe die Technik sauber aus, ansonsten machst du es dir unnötig schwer, die Ukulele zu lernen.

Klar, es kann am Anfang vorkommen, dass dir die Technik widersinnig vorkommt. Vielleicht hältst du es für einfacher, die Finger einen nach dem anderen auf die Saiten zu setzen, anstatt gleichzeitig. Das ist auch einfacher – aber so wirst du niemals einen Song sauber spielen können.

Es ist zielführender, du nimmst diese Gesetzmäßigkeiten hin. Sobald du die Regeln beherrschst, kannst du sie immer noch brechen. Aber dich dagegen zu wehren und dein eigenes Ding zu machen, ist meistens kontraproduktiv, wenn du etwas lernen willst. Das vorerst zu akzeptieren wird dir viel Zeit einsparen. Was übrigens nicht bedeuten muss, alles zu glauben und nichts zu hinterfragen.

3. Zu viel auf einmal wollen

Es ist verlockend, gleich mit einem Song zu starten. Immerhin ist das stupide Üben von Akkordfolgen und Strumming Patterns nach kurzer Zeit wirklich langweilig. Trotzdem kann ich dir nur raten, erst einmal Abstand von den Songs zu nehmen.

Natürlich kann man mal etwas herumprobieren. Aber sich ernstlich vornehmen, einen Song spielen zu wollen, obwohl man 30 Sekunden braucht, um vom einen Akkord zum anderen zu wechseln und jedes Mal mitsprechen muss, wie das Strumming Pattern noch einmal geht, ist zum Scheitern verurteilt.

Beginn mit deinem ersten Song, sobald du:

  1. die vier oben genannten Akkorde wenigstens im Zwei-Sekunden-Takt so wechseln kannst, dass sie sauber klingen und du beim Wechseln die Finger gleichzeitig abhebst und auf die Saiten setzt statt nacheinander und du
  2. das Strumming Pattern im Schlaf spielen kannst und es so verinnerlicht hast, dass es automatisch das Erste ist, was du spielst, wenn du einfach nur ein wenig herumstrummen oder einen Akkord üben möchtest.

Das klingt hart, aber glaub mir, es ist der schnellste Weg zu deinem Song. Denn das Üben des Songs nimmt dir wertvolle Zeit, in der du nicht lernst, die Akkorde sauber zu greifen und das Strumming Pattern zu spielen. Es ist bloß ein Mischmasch, der dabei herauskommt, der nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Du kannst Wochen damit verbringen, einen Song zu lernen, wenn du so vorgehst, und ihn am Ende immer noch nicht spielen. Mit der obigen Methode ist es anfangs ein wenig langweiliger, aber wenn du das erst einmal kannst, lernst du neue Songs innerhalb von Minuten.

Ukulele Gutschein (Foto: Kleines Geschenk liegt unter einem Weihnachtsbaum)

Yeah, ein Gutschein – wofür du ihn einlösen kannst

Wenn du dir deine Ukulele selbst aussuchen sollst, dann hast du wahrscheinlich Glück. Denn die richtige Ukulele zu finden, sollte man besser niemand anderem überlassen. Lass mich dir ein paar Grundsätze an die Hand geben, damit du das richtige Modell für dich findest.

1. Die Größe ist entscheidend

Die meisten greifen erst einmal zu einer Sopranukulele, weil sie so putzig aussieht und man sie mit der klassischen Ukulele verbindet. Das eine stimmt, das andere nicht. Denn die klassische Ukulele, die auf Hawaii von versierten Spielern verwendet wird, ist eine Tenorukulele.

Den meisten Jugendlichen und Erwachsenen würde ich zu einer Tenorukulele raten. Wenn man etwas zarter gebaut ist, reicht womöglich auch eine Concertgröße. Auf die Sopran würde ich nur setzen, wenn du noch ganz klein bist.

2. Der Preis ist entscheidend

Wie so oft im Leben, bekommt man für wenig Geld nichts Gutes. Und bei Ukulelen ist das nicht anders. Mit dem Unterschied, dass selbst die teuersten Ukulelen vergleichsweise günstig sind. Vor allem verglichen mit etwas wie einem Klavier, aber selbst mit Gitarren. Eine gleichwertige Gitarre kostet ungefähr das Vierfache.

Aber im Leben ist in der Regel eben auch das Budget begrenzt. Deshalb ist es schwierig, allgemeingültige Ratschläge zu geben. Generell kann man sagen: Kauf die teuerste Ukulele, die du dir leisten kannst, ohne einen Kredit aufnehmen oder hungern zu müssen.

Schau dir verschiedene Ukulele Shops an. Nicht nur Thomann, sondern auch mal Gute Ukulele oder andere spezialisierte Anbieter. Und sortier nach Preis – aber nicht aufsteigend, sondern absteigend. Also mit den Teuersten zuerst.

Das ist wichtig, um einen Überblick zu bekommen, wohin die Reise gehen kann. Sonst denkst du, die Mittelklasse läge bei 100 €, wohingegen dort Ukulele gerade erst einmal losgehen. Die ganzen Modelle für 30, 40, 50 Euro vernebeln da nämlich schnell die Sicht. Die Ukulele ist ein richtiges Instrument und kein Spielzeug, weshalb es sich lohnt, tiefer in die Tasche zu greifen. Das sorgt pauschal gesagt für einen besseren Klang und eine einfachere Spielbarkeit.

Achte nach Möglichkeit darauf, etwa 200 € oder mehr auszugeben. Modelle, die weit darunter liegen, haben oft nicht einmal eine Decke aus Massivholz und sind oftmals auch schwierig spielbar. Bei 500-700 € liegt ungefähr die Mittelklasse. Hier erhältst du noch einmal etwas spürbar Besseres, zumal vollständig aus Massivholz. Und ab 1.000 € beginnt langsam die Oberklasse. Auch hier merkt man selbst als Anfänger noch einmal einen deutlichen Unterschied. Differenzierter Sound, butterweiches Spielen.

Generell kannst du aber auch mit einer Ukulele für 75 € das Spielen lernen. Der Preis sollte keine Ausrede sein, um das Spielen aufzugeben. Du kannst auch jede Ukulele vom Fachmann für wenig Geld einstellen lassen, damit sie etwas einfacher zu spielen ist.

3. Das Material ist auch nicht unwichtig

Am Anfang klingen die Ukulelen vielleicht erst einmal alle sehr ähnlich. Es ist schwieriger, die einzelnen Tonhölzer voneinander zu unterscheiden, wenn man sich gerade erst mit solchen Instrumenten auseinandersetzt.

Achte aber von Anfang an darauf, dass wenigstens die Decke aus Massivholz gefertigt ist. Das hat eine beachtliche Auswirkung auf den Klang. Jedes Holz hat andere Eigenschaften und hier wird die Auswahl definitiv zur Geschmacksache.

Besser ist aber natürlich immer eine Ukulele, die vollständig aus Massivholz gebaut ist. Denn sie ist ein Instrument wie jedes andere auch und die Handwerkskunst ist hier fast immer lohnenswert.

Vier empfehlenswerte Ukulelen für jeden Geldbeutel

Gerade am Anfang hat man kaum einen Überblick, was es alles gibt, was sein Geld wert ist und wofür man sich entscheiden soll. Falls du keine Lust hast, dich näher damit zu beschäftigen oder bald eine Entscheidung treffen musst, findest du hier vier Ukulelen in unterschiedlichen Preisklassen, bei denen du recht bedenkenlos zugreifen kannst (alle jeweils in der Tenorgröße):

  1. Kanile’a K1 Tenor Gloss (ca. 1.300 €)
  2. KoAloha Opio Tenor KTO 10 (ca. 650 €)
  3. Kala KA SSTU T Travel Ukulele Tenor (ca. 215 €)
  4. Ortega RU5-TE (ca. 70 €)

Für mehr Hilfe bei der Kaufentscheidung lies die folgenden Artikel:

Motivation (Foto: Leuchtschrift "Yes")

Ein paar Worte der Motivation

Ich weiß, so ein neues Instrument ist erst einmal faszinierend und überwältigend zugleich. Entweder gehörst du zu denen, die von Anfang an einen riesigen Respekt davor haben. Oder zu denen, die andere schon Ukulele oder Gitarre haben spielen sehen und glauben, dass das doch total easy sein muss. Das „Gute“ ist: Beide starten mit den gleichen Schwierigkeiten.

Man probiert, die ersten Akkorde zu greifen und stellt fest, dass die Finger aber wirklich so gar nicht machen, was man ihnen befohlen hatte. Das liegt ganz einfach daran, dass das ungewohnte Bewegungsabläufe sind und unser Gehirn damit erst einmal Probleme hat. Probier mal, dir als Rechtshänder mit der linken Hand die Zähne zu putzen. Scheint unmöglich? Trotzdem gibt es unzählige Linkshänder, die es mit der rechten Hand nicht könnten, wie du es jeden Tag (hoffentlich) machst. Alles Übungssache.

Aber wenn man sich dann die YouTube Tutorials anschaut, dann gerät man schon ins Zweifeln. Man fragt sich, wie viele Jahre man wohl braucht, um die Akkorde so sicher greifen zu können. Ich war wirklich fasziniert von der Versiertheit.

Und soll ich dir was sagen? Nach ein paar Wochen, maximal wenigen Monaten, wirst du daran zurückdenken und lachen. Weil es so lächerlich einfach ist, diese Akkorde zu greifen, wenn man bloß jeden Tag ein kleines bisschen übt. Wie gesagt: Jeden Tag ein paar Minuten – das macht den riesigen Unterschied zwischen dir und jemandem, der immer mal wieder pausiert oder nur an Wochenenden übt. Das kann man gar nicht genug betonen.

Jeder kann die Ukulele lernen, sofern nicht schwerwiegende gesundheitliche Gründe dagegen sprechen (von denen wir jetzt erst einmal nicht ausgehen wollen). Egal ob du 9 oder 90 bist, ob du dicke oder dünne Finger hast, ob du schon mal ein Instrument gespielt hast oder nicht – jeder kann die Ukulele lernen.

Es kann nur sein, dass der eine oder andere mal etwas länger braucht. Oder dass er vielleicht den falschen Tutorials vertraut. Oder dass er – das kommt sicher am häufigsten vor – einfach die falsche Ukulele für sich persönlich ausgesucht hat. Die meisten brauchen eher eine Tenor- oder wenigstens Concert-Größe, mit einer Sopran kommen nur wenige Menschen zurecht.

Und natürlich hilft es auch, eine möglichst hochwertige Ukulele zu kaufen, denn bei ihr ist nicht nur der Klang besser, sondern das Greifen der Saiten geht leichter von der Hand. Dass die unter dem Weihnachtsbaum lag, ohne dass du sie dir explizit gewünscht hast, ist aber unwahrscheinlich. Und spielt auch keine Rolle. Nimm das nicht als Ausrede, du kannst mit nahezu jeder Ukulele das Spielen lernen und dann immer noch umsteigen. Das Instrument, das unter deinem Weihnachtsbaum lag, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gut genug sein, um darauf spielen zu lernen. Behalt einfach nur im Hinterkopf, dass mit einem besseren Instrument auch das Spielen besser gelingen wird. Das ist vielleicht auch eine gute Motivation, dabei zu bleiben, um anschließend einen guten Grund zu haben, auf ein noch besseres Instrument umzusteigen.

In jedem Fall wünsche ich dir viel Erfolg beim Ukulelespielen – es lohnt sich. Je näher du dich damit beschäftigst, desto häufiger wirst du feststellen, wie simpel es eigentlich ist, Ukulele zu spielen. Man braucht nur ein klein wenig Durchhaltevermögen – wie bei allem, was es sich lohnt, zu erreichen.

Und zum Abschluss:

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • unsplash.com / freestocks.org (@freestocks)
  • unsplash.com / rawpixel (@rawpixel)
  • unsplash.com / Richie Lugo (@richie_lugo)
  • unsplash.com / Mike Arney (@mikearney)
  • unsplash.com / Joey Huang (@onice)
  • unsplash.com / Nathan Dumlao (@nate_dumlao)
  • unsplash.com / Amira Hegazy (@statementpress)
  • unsplash.com / Julian Lozano (@julianlozano)
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