Ukulele Marken: Welche Hersteller wirklich gut sind

Es gibt so viele Ukulele Marken, dass man vor allem als Anfänger überhaupt nicht weiß, wo man mit der Recherche anfangen soll. Zu allen Ukulelen findet man jemanden, der sie einem unbedingt ans Herz legen will. Alle Marken haben ihre Fangemeinde und das ist auch gut so.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, am Anfang eine Übersicht wie diese zu haben. Ich habe damals zuerst eine Lanikai bestellt, danach eine PONO und zuletzt eine Kanile’a, für die ich mich dann mit Haut und Haaren entschieden habe. Von einer Marke, von der ich bis dahin jedoch nie etwas gehört hatte.

Ukulele Marken und Hersteller (Foto: Einzelteile einer Ukulele)

Und das ist das größte Problem: All diese Ukulele Marken, gerade im höherwertigen Bereich, kann man nicht kennen, wenn man sich auf dem Markt nicht auskennt. Man kommt mit ihnen einfach nicht in Berührung, wenn man die üblichen Onlineshops für Musikbedarf durchforstet (das hat sich zum Glück seitdem etwas gebessert). Was auch daran liegt, dass es ohnehin wenige Händler gibt, bei denen man sie überhaupt bekommen kann. Denn viele müssen direkt aus Hawaii importiert werden.

Es lohnt sich aber, sich mit den Marken intensiv auseinanderzusetzen. In diesem Beitrag erhältst du eine Übersicht und eine Einordnung in die verschiedenen Qualitätskategorien, sofern das möglich war. Das ist natürlich rein subjektiv, spiegelt aber auch wieder, wo sich die Marken selbst positionieren und wo sie gemeinhin gesehen werden.

Ukulele in Handarbeit (Foto: verschiedene Holzwerkzeuge)

Ukulelen von 800 € bis ∞

Die mit Abstand besten Ukulele Marken

Wer gleich mit einem professionellen Instrument starten möchte, das über alle Zweifel erhaben ist und ganz sicher einen guten Einstieg ermöglicht, der greift zu den besten Ukulele Marken, die der Markt hergibt. Und insbesondere für die Zweit- oder Dritt-Ukulele ist dieses Segment sehr interessant, wenn die Leidenschaft einen schon gepackt hat und man nun gerne das nächste Level erklimmen möchte. Zur Auswahl stehen:

  • Kanile’a (ab ca. 1.000 €): Kanile’a gehört zu den berühmten 4K, also den vier namhaftesten Ukulele-Herstellern auf Hawaii. Sie stellen Ukulelen herausragender Qualität her, die alle unabhängig vom Preis ein gemeinsamer Klang eint. Der typische Kanile’a-Klang – hawaiianischer geht es kaum. Der Fertigungsprozess ist sehr fortschrittlich und perfektionistisch.
  • KoAloha (ab ca. 850 €): Auch KoAloha gehört zu den 4K auf Hawaii. Sie stellen Ukulelen höchster Qualität her und sind vor allem durch ihren urigen Geschäftsführer Alvin Okami weltbekannt. Ukulelen von KoAloha zeichnen sich durch Punch und Lautstärke aus, sie werden üblicherweise mit Low-G-Saiten ausgeliefert.
  • Kamaka (ab ca. $1.000): Kamaka ist einer der hwaiianischen 4K. Die Ukulelen dieser Marke sind sehr hochwertig und werden unter anderem von Jake Shimabukuro gespielt. In Deutschland scheinen sie aber kaum verfügbar zu sein.
  • Ko’olau (ab ca. 3.000 €): Als einer der 4K ist auch Ko’olau höchster Qualität verpflichtet. In diese Ukulelen fließt viel Liebe für das Detail. Ko’olau werden unter anderem von Bruno Mars gespielt. Hierzulande leider nur sehr vereinzelt zu bekommen.
  • Blackbird (ab ca. 1.500 €): Die Ukulelen von Blackbird aus San Francisco bestehen nicht aus klassischem Holz, sondern aus einer Eigenentwicklung namens Ekoa. Das ist ein Verbundstoff, der gegenüber Holz den Vorteil hat, selbst starke Temperaturunterschiede problemlos zu meistern. Klanglich muss sie sich aber keinesfalls vor den anderen hochpreisigen Ukulelen verstecken.
  • Dupont (ab ca. 800 €): Auch aus Frankreich kommen sehr hochwertige Instrumente. Dupont-Ukulelen sind bekannt für ihren intensiven und lauten Sound. Sie sind sofort an ihrer ungewöhnlichen Bauform erkennbar.
  • Maestro (ab ca. 950 €): Dieser Hersteller aus Singapur zeigt, dass längst nicht alles schlecht ist, was aus Asien kommt. Ganz im Gegenteil, Maestro steht für höchste Handwerkskunst und entwickelt ihre Ukulelen stetig weiter. Sie überzeugen durch eine hohe Durchschlagskraft und tollen Sound.
  • Martin (ab ca. $2.000): Ukulelen von Martin sind nicht nur von hoher Qualität und entsprechend hochpreisig, sie haben auch eine erstaunlich lange Geschichte. Denn Martin stellt Ukulelen nicht erst seit kurzem her, sie sind eng mit der Firmengeschichte dieses namhaften Gitarrenbauers verbunden.

Die Preise in dieser Kategorie schwanken von rund 800 € bis nach oben offen. Wir haben Hersteller wie die 4K, also die klassischen hawaiianischen Anbieter, die generell eine hohe Qualität aufweisen und natürlich sehr viel Erfahrung mitbringen. Wir haben moderne Ukulele Marken wie Maestro oder Blackbird, die definitiv einen Blick wert sind.

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Maßgefertigte Ukulelen

Neben den üblichen Verdächtigen gibt es aber auch noch eine Auswahl an Instrumentenbauern, die deine Ukulele nach deinen Wünschen anfertigen. Diese Instrumente sind keineswegs „unerschwinglich“. Wer sich für Ukulelen im hochwertigen Bereich interessiert, sollte vor allem einmal einen Blick auf die Instrumentenbauer in der folgenden Liste werfen. Nicht selten bieten sie die bessere Qualität zu einem faireren Preis.

  • Tom Ziegenspeck (ab ca. 850 €): An den Ziegenspeck-Ukulelen kommt man in Deutschland kaum noch vorbei. Wer glaubt, maßgefertigte Ukulelen stammen stets aus Hawaii, der irrt. Die Custom Ukulelen von Meister-Instrumentenbauer Tom Ziegenspeck sind nicht nur klanglich sehr ausgereift und differenziert, sie sind auch ein echter Hingucker. Wer etwas ganz Besonderes sucht, findet es vielleicht sogar in seiner außergewöhnlichen Harfenukulele. (E-Ukes ab ca. 850 €, Akustik-Ukulelen ab ca. 1.300 €)
  • Eric DeVine (ab ca. $4.000): Ukulelen von DeVine entsprechen genau deinen Wünschen und Vorstellungen. Dafür haben sie auch ihren Preis. DeVine ist einer der bekanntesten Hersteller individuell gefertigter Ukulelen – hier ist fast alles möglich. Leider auch eine sehr lange Warteliste – aber damit muss man bei allen Instrumentenbauern rechnen, die nach Maß fertigen.
  • Moore Bettah (ab ca. $3.500): Ein weiterer sehr bekannter Hersteller individueller Ukulelen ist Moore Bettah. Von dem manchmal etwas kitschigen Äußeren sollte man sich nicht täuschen lassen, die Ukulelen sind erstklassig in ihrer Qualität. Und auffallen wird man damit in jedem Fall.
  • Pat Megowan (ab ca. $3.000): Pat Megowan gehört zu den renommiertesten Instrumentenbauern, seine Ukulelen sind nicht nur optisch besonders attraktiv, sondern bieten auch einen erstklassigen Klang. Bei ihm merkt man, dass die ganze Leidenschaft in den Bau dieser Instrumente fließt.

Ukulelen der obersten Kategorie eignen sich vor allem für diejenigen, die die Ukulele als ernsthaftes Instrument betrachten. Selbst im Premiumbereich ist die Ukulele verglichen mit anderen Instrumenten ausgesprochen preiswert: Eine gleichwertige Gitarre kostet schnell das Vier- bis Fünffache und enthält nicht derart viel Handarbeit.

Mittelklasse Ukulele Marken (Foto: Hand an einer Industriemaschine)

Ukulelen von 350 bis 650 €

Die gute Mittelklasse

Wem die oberste Kategorie zu tief in das Budget einschneidet, der findet im mittleren Preissegment immer noch sehr hochwertige Ukulelen, die üblicherweise auch komplett aus Massivholz hergestellt werden.

  • Ko’olau PONO (ab ca. 350 €): PONO bildet die günstige Serie des hawaiianischen Herstellers Ko’olau. Die Instrumente sind bereits komplett aus Massivholz gefertigt und heben sich daher schon deutlich von den Einstiegsukulelen ab. Hier findet man z.B. auch Ukulelen aus Mangoholz. Sie kommen zwar aus Singapur, aber werden nach hawaiianischem Know-How gefertigt.
  • KoAloha Opio (ab ca. 450 €): Die Opio gehören zu den besten Ukulelen im mittleren Preissegment und werden allerorts hochgelobt. KoAloha scheint mir ihrer Budget-Linie hier voll ins Schwarze getroffen zu haben. Sie sind etwas teurer als die PONO, aber der Aufpreis könnte sich lohnen. Man sagt, sie seien kaum von den „echten“ KoAlohas zu unterscheiden.
  • Martin (ab ca. $450): Es gibt auch etwas günstigere Martin Ukulelen, die nicht unbedingt minder empfehlenswert sein müssen als die teureren Modelle, die meist bei mehreren Tausend Euro liegen. Das könnte dein günstiger Einstieg in die Welt von Martin sein.

PONO und Opio sind hier sicherlich die namhaftesten Ukulele Marken, da sie von äußerst renommierten hawaiianischen Herstellern stammen. Selbst wenn sie nicht vor Ort gefertigt sind, steckt in diesen Ukulelen ein Know-How, mit dem Billiganbieter, die sich auch manchmal in diesen Preisbereich wagen, einfach nicht mithalten können.

Günstige Ukulelen (Foto: Schiffscontainer in Nahaufnahme)

Ukulelen von 150 bis 300 €

Die günstigen Marken als preiswerter Einstieg

Auch im niedrigeren Preissegment bekommt man durchaus Ukulelen, die für den Einstieg ausreichend sind. Leider werden diese meist von Marken angeboten, die auch im Billigsektor stark vertreten und somit als Ukulele Marke nicht ganz klar positioniert sind.

  • KALA: KALA ist der Massenanbieter unter den Ukulele-Herstellern. Das muss nicht zwingend etwas Schlechtes heißen, aber es ist schwierig, diese Marke einzuordnen. Zum einen hat sie absolut empfehlenswerte Instrumente im Bereich um die 200 bis 400 € im Angebot, die gut für einen Einstieg geeignet sind. Zum anderen gibt es auch Modelle unter 50 €, die eher als Wanddekoration taugen. Hier muss man vorsichtig sein, kann aber mitunter an ein tolles Instrument zu einem unschlagbaren Preis geraten.
  • Lanikai: Auch Lanikai lässt sich nicht ganz einer Kategorie zuordnen. Sie haben einerseits bessere Modelle im Angebot, die auch mal bei 400 € liegen können. Andererseits sind sie auch bekannt für ihre Ukulelen um 50 €, die man zum Einstieg eher nicht empfehlen kann.
  • Cordoba: Der Gitarrenhersteller Cordoba hat durchaus vernünftige Ukulelen im Angebot, sie liegen überwiegend bei 200 bis 300 € und sind solide.
  • Ortega: Eigentlich ein Gitarrenhersteller, bietet Ortega ebenfalls Ukulelen an. Hier kann es schon mal bis etwa 350 € gehen, aber eben auch bei 60 € losgehen.

Bei den günstigeren Marken muss man also aufpassen, nicht in der Ramschkategorie zuzuschlagen. Das heißt aber nicht, dass die etwas teureren Modelle deswegen nichts taugen. Geht es über 250 €, dann sollte man aber überlegen, ob man nicht lieber gleich zur Opio oder PONO greift, da diese im Zweifel ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Es gibt außerdem noch eine Menge weiterer Labels, die aus gutem Grund nicht näher beschrieben sind. Ukulele Marken wie Luna, Makala, Mahalo, Harley Benton, Waterman, uvm. sind nicht per se schlecht, aber sie bieten überwiegend Produkte an, die man eben nicht als richtige Ukulele bezeichnen kann. Es sind Spielzeuge, die definitiv ihre Zielgruppe haben und auf einer Party sicherlich für Stimmung sorgen können. Aber das ist nichts, was ich empfehlen kann, wenn man die Ukulele auch nur ein kleines bisschen als Instrument ernst nehmen und tatsächlich lernen möchte. Auch Kindern ist davon deutlich abzuraten, da sie für sie viel zu schwierig zu bespielen sind.

Die richtige Marke wählen (Foto: Frau schaut sich in einer Einkaufspassage um)

Welche Ukulelen-Marke ist die richtige für mich?

Es kann gerade anfangs schwierig sein, aus diesem überwältigenden Angebot an Marken und Produkten das richtige für sich auszuwählen. Denn diese Marken kann man kaum aus anderen Branchen kennen, von denen man Qualität ableiten könnte. Gerade die klassischen Gitarrenhersteller enttäuschen bei ihren Ukulelen nahezu auf ganzer Linie, obwohl man zum Teil einen stolzen Preis zahlt.

Einzelne Ukulele Marken herauszugreifen, ist kaum möglich, da gerade im oberen und mittleren Segment keine besonders hervorgehoben werden kann. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen und glänzen vor allem durch ihre Eigenheiten. Hier geht es insbesondere um den Klang, den persönlichen Geschmack – die Verarbeitung ist praktisch überall tadellos.

Im unteren Preissegment ist Vorsicht geboten. Hier in zu niedrige Preisspannen abzurutschen, kann am Ende teuer werden. Denn billige Ukulele klingen nicht nur grauenvoll, sie sind auch schwierig zu bespielen. Um die 200 – 250 € sollte man meiner Meinung nach mindestens investieren, wenn man kein Spielzeug kaufen möchte. Bei Modellen dieser Preiskategorie kann man aber bei all diesen Herstellern grundsätzlich zuschlagen. Da es für dieses Geld üblicherweise schon eine Massivholzdecke gibt, entscheidet also auch wieder vor allem das persönliche Klangempfinden.

Es hilft, sich einmal damit auseinanderzusetzen, was eine gute Ukulele kostet und warum es sinnvoll ist, zumindest ein bisschen mehr Geld dafür auszugeben. Zumindest solange es das Budget erlaubt.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • shutterstock.com / TaraPatta (ID: 624365552)
  • unsplash.com / Alexander Andrews (@alex_andrews)
  • unsplash.com / Lidya Nada (@lidyanada)
  • unsplash.com / Erwan Hesry (@erwanhesry)
  • unsplash.com / Tristan Colangelo (@tcrawlers)
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