Die Ukulele stimmen – mit und ohne Stimmgerät

Damit deine Ukulele immer gut und richtig klingt, muss sie regelmäßig gestimmt werden. Während man beim Klavier eine jahrelange Ausbildung durchlaufen muss, kannst du das bei der Ukulele ganz einfach selbst machen. Es dauert nur wenige Sekunden oder Minuten.

Ukulele Kopf und Stimmwirbel

Wie oft muss ich meine Ukulele stimmen?

Wie oft du deine Ukulele stimmen musst, hängt maßgeblich von deiner Ukulele ab. Denn ja nach Qualität gibt es da enorme Unterschiede.

Bei manchen würde es genügen, sie alle paar Tage zu stimmen oder sogar nur einmal die Woche. Andere hingegen müssen nach wenigen Liedern bereits neu gestimmt werden.

Zur festen Regel solltest du es machen, deine Ukulele jeden Tag vor dem Spielen zu stimmen. Wenn du eine sehr preiswerte Ukulele gekauft hast oder sie generell Mängel an der Konstruktion aufweist, dann kann es sein, dass du während des Spielens noch einmal nachstimmen musst. Bei den meisten genügt aber einmal pro Tag.

Ukulele, Ananas, hawaiianische Stimmung (GCEA) (Foto: Ananas in großer Menge)

Welche Stimmung ist die richtige?

Sopran-, Konzert- und Tenor-Ukulelen werden üblicherweise in G C E A gestimmt, der sogenannten hawaiianischen Stimmung. Du kannst dir diese Stimmung mit folgender Eselsbrücke merken: „Gruselige Clowns Essen Ananas“

Wenn du an deiner Ukulele eine „Low G“-Saite statt einer „High G“-Saite verwendest, bleibt es übrigens bei GCEA. Beide werden gleich gestimmt, sie klingen nur durch die tiefere G-Saite etwas unterschiedlich.

Die A D F# B (auf Deutsch: A D F# H) Stimmung, die auch D-Stimmung genannt wird, spielt heute keine Rolle mehr und wird deshalb auch nicht weiter erläutert.

Bariton-Ukulelen werden in D G B E (auf Deutsch: D G H E) gestimmt, also wie die vier untersten Saiten einer Gitarre.

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Welche Saite auf welchen Ton?

Wenn du die Ukulele so vor dich hinstellst, dass du in das Schallloch hineinschauen kannst, dann werden die Saiten von links nach rechts genau in der Reihenfolge der angegebenen Stimmung gestimmt.

Die erste Saite von links ist also z.B. G, die zweite C, die dritte E, die vierte A.

Damit wäre G dann auch gleichzeitig die oberste Saite, wenn du deine Ukulele zum Spielen vor deinen Körper hältst.

Wissenswert: Die Saiten werden eigentlich von unten nach oben durchnummeriert, d.h. die unterste Saite ist die 1. und die oberste die 4. Das widerspricht allerdings dem Schema, in dem Stimmungen wie GCEA angegeben sind. Streng genommen müsste die Stimmung dann eigentlich AECG heißen.

Ukulele Stimmen: Hals und Griffbrett

So stimmt man einzelne Saiten

Unabhängig davon, ob du deine Ukulele mit einem Stimmgerät, einer App oder einem Referenzton (wie z.B. dem einer Stimmgabel) stimmst, die Saiten stimmst du immer auf dieselbe Art und Weise.

Am Kopf deiner Ukulele befinden sich sogenannte Stimmwirbel, das sind die Knöpfe, die meistens seitlich herausragen. Durch Drehen dieser Wirbel stimmst du die Saite entweder höher oder tiefer.

Ukulele stimmen, Hals, Stimmwirbel, richtige Richtung

Achtung: In welche Richtung du drehen musst, unterscheidet sich je nach Saite. Die beiden oberen Saiten (G + C) werden durch die oberen (bzw. linken) Stimmwirbel repräsentiert. Um diese beiden Saiten höher zu stimmen (also die Saite straffer zu ziehen), musst du die Wirbel von dir wegdrehen, d.h. in Richtung oberes Kopfende. Wenn du sie tiefer stimmen willst (lockerer), dann musst du sie in die entgegengesetzte Richtung drehen, das bedeutet zu dir hin bzw. in Richtung des Gitarrenkorpus.

Bei den beiden unteren Saiten ist es exakt umgekehrt. Wenn du sie höher stimmen willst, drehst du die Stimmwirbel zum oberen Kopfende. Wenn sie tiefer klingen sollen, drehst du sie in Richtung Korpus.

Wie deine Ukulele klingen sollte

Play/Pause

Damit du eine ungefähre Vorstellung davon hast, wie deine Ukulele klingen sollte, wenn sie optimal gestimmt ist, kannst du die obige Audiodatei zum Vergleich abspielen. Hierbei habe ich nacheinander die G, C, E und A Saiten gezupft.

Ukulele stimmen mit Stimmgerät

Die Ukulele mit einem Stimmgerät stimmen

Am einfachsten stimmst du deine Ukulele mit einem Stimmgerät. Die kosten nur wenige Euro und passen in jede Jackentasche.

Da sie die Schwingungen der Saite über Vibration wahrnehmen, musst du sie an den Kopf deiner Ukulele clippen.

Nach dem Einschalten zeigt dir das Gerät dann automatisch an, welchen Ton die jeweilige Saite gerade erzeugt, wenn du sie z.B. mit deinem Daumen zupfst. Über die Stimmwirbel passt du die Saitenspannung dann so lange an, bis das Gerät den richtigen Ton anzeigt. Das wiederholst du für alle vier Saiten.

Du kannst die Saiten dabei entweder nur einmal zupfen oder mehrfach hintereinander, das hängt ein bisschen von deinem Stimmgerät ab. Probier aus, ob es mit dem mehrfachen Zupfen klarkommt oder ob es sauberer arbeitet, wenn du jedes mal wartest, bis es wieder im Ausgangszustand ist.

Tipp: Viele Stimmgeräte haben eigene Modi für bestimmte Instrumente wie die Ukulele. Der Vorteil ist, dass sie dir direkt anzeigen, dass die Saite nun richtig gestimmt ist. Wählst du den chromatischen Modus, gibt es dafür keinen Indikator, du musst also selbst wissen, dass die oberste Saite auf G gestimmt werden muss. Der Vorteil des chromatischen Modus ist, dass du siehst, welchen Ton die Saite gerade tatsächlich erzeugt und kannst davon ableiten, um du höher oder tiefer stimmen musst. Beim Ukulele-Modus weißt du meist nicht, „wo du gerade bist“, weil es im Prinzip nur die vier Töne G, C, E und A kennt.

Guitar Tuna für Ukulele

Die Ukulele mit einer App stimmen

Genauso einfach wie mit einem Stimmgerät kannst du die Saiten auch mit einer App stimmen – eine sehr bekannte heißt Guitar Tuna.

Dort musst du gegebenenfalls einstellen, welches Instrument du nutzt und welche Stimmung verwendet werden soll.

Anschließend funktioniert sie ähnlich wie ein Stimmgerät. Anstatt dir nur die Töne anzuzeigen, zeigt sie dir in der Regel auch einen Indikator an, ob du nun den richtigen Ton hast. Sobald so eine App eingestellt ist, ist sie im Zweifel die einfachere Wahl für Anfänger.

Die Ukulele mit einer Stimmgabel oder einem Referenzton stimmen

Richtig spannend wird es aber erst, wenn wir die Ukulele nach Gehör stimmen, ganz ohne Apps und Geräte. Nein, ein absolutes Gehör brauchst du dafür nicht. Aber einen Referenzton. Den gibt dir entweder eine Stimmgabel (Kammerton A, 440 Hz), ein anderes Instrument wie z.B. ein Klavier oder ganz einfach der Ukulele Tuner von Ukulele Insider.

Mithilfe dieses Referenztons stimmen wir eine Saite. Anschließend können wir alle anderen Saiten mithilfe dieser bereits gestimmten Saite ebenfalls stimmen. Wir brauchen den Referenzton deshalb nur ein einziges Mal.

Bring den Referenzton zum Erklingen und greif die oberste Saite deiner Ukulele (die G-Saite) im 2. Bund. Spiel sie immer wieder an und versuch herauszuhören, ob sie mit dem Referenzton übereinstimmt. Wenn nicht, dreh am Stimmwirbel. Aber vergiss nicht, anschließend wieder im 2. Bund zu greifen, denn nur dann wird aus der G- eine A-Saite. Also genau unser Kammerton.

Ukulele Stimmen: Griffbrett Markierungen (Fretboard Markers)

Tipp: Um schnell erkennen zu können, wo welcher Bund ist, kannst du dich übrigens an den Griffbrett-Markierungen (auch Fretboard Markers genannt) orientieren. Sie befinden sich üblicherweise im 3., 5., 7., 10., 12. und 15. Bund.

Von nun an benötigen wir den Referenzton nicht mehr. Die zweite Saite von oben (C-Saite) stimmst du, indem du diese C-Saite im 7. Bund greifst. Jetzt zupfst du unmittelbar nacheinander die obersten beiden Saiten. Wenn sie übereinstimmen, ist die C-Saite richtig gestimmt. Denn im 7. Bund der C-Saite liegt das G. Falls nicht, musst du die C-Saite nachstimmen.

Nun stimmst du die E-Saite. Hierzu greifst du wieder die C-Saite, aber dieses Mal im 4. Bund. Zupf nun direkt nacheinander die C- und die E-Saite. Falls sie noch nicht gleich klingen, pass die E-Saite über den Stimmwirbel an, bis alles stimmt.

Zuletzt stimmst du die A-Saite. Greif die E-Saite im 5. Bund und spiel sie und die A-Saite nacheinander an. Auch hier müssen die Töne wieder übereinstimmen. Und zum Vergleich: Auch die offene A-Saite sollte natürlich genauso klingen wie unser Kammerton.

Nun ist deine Ukulele gestimmt. Am Anfang ist es hilfreich, das Ergebnis noch mit einem Stimmgerät oder einer App zu überprüfen, sofern zur Hand. Nach einer Weile brauchst du das nicht mehr und kannst die Ukulele ganz schnell auf diese Weise stimmen. Das ist zwar zu Anfang nicht die allerschnellste Methode, aber dafür schult sie dein Gehör und wirkt auf andere ziemlich beeindruckend.

Stimmen nach Gehör im Überblick:

  • G-Saite stimmen: G-Saite im 2. Bund = Referenzton
  • C-Saite stimmen: C-Saite im 7. Bund = G-Saite offen
  • E-Saite stimmen: C-Saite im 4. Bund = E-Saite offen
  • A-Saite stimmen: E-Saite im 5. Bund = A-Saite offen = Referenzton

Häufige Fehler beim Stimmen

Das Stimmen der Ukulele ist eigentlich sehr einfach, aber nur, wenn man weiß, wie es geht. Fehlen ein paar Grundlagen, dann gibt es schnell Chaos und das möchten wir ja vermeiden. Folgende Fehler werden häufiger gemacht:

  • Tonverwechslungen: Wer (noch) nie Musikunterricht hatte, weiß möglicherweise gar nicht, welche Töne es gibt. Und dass es zwischen manchen Stammtönen wie C, D, E, F, G, A, H noch Halbtöne gibt, z.B. C# (auch „Cis“ genannt, im englischen Raum „C sharp“). Wer dann auf sein Stimmgerät schaut und dort „C#“ liest, ist vielleicht der Meinung, das sei doch genauso gut wie „C“. Und schon ist die Ukulele verstimmt. Achte darauf, dass das Stimmgerät wirklich den korrekten Ton anzeigt und nicht etwa einen Halbtonschritt höher oder niedriger.
  • Verstelltes Stimmgerät: Manche Stimmgeräte lassen sich im Modus verstellen. Das kann dazu führen, dass dir ganz andere Töne angezeigt werden als die, die deine Ukulele gerade von sich gibt. Stelle dein Stimmgerät korrekt ein (z.B. auf „Ukulele-C“ oder „Chromatisch“), dann klappt auch das Stimmen. „Ukulele-D“ ist nämlich für die heute nicht mehr verwendete ADF#B-Stimmung gedacht und führt bei GCEA zu einer vollkommen verstimmten Ukulele.
  • Drehen in die falsche Richtung: Anfänger neigen dazu, die Stimmwirbel in die falsche Richtung zu drehen. Das passiert und ist einfach nur Erfahrungssache. Du kannst dir aber merken, dass Saiten, die einmal gestimmt waren, durch das Spielen selten höher werden, sondern meistens tiefer. Das liegt daran, dass du ja an den Saiten zupfst und zerrst, dadurch werden sie lockerer. Und damit tiefer. In der Regel musst du Saiten deshalb höher stimmen, also straffer ziehen. Und denk daran, dass du die Wirbel je nach Saite in eine andere Richtung drehen musst, wenn du sie höher stimmen willst (siehe Schaubild oben).
  • Gerissene Saiten: Wenn deine Saiten beim Stimmen reißen, kann es schlichtweg sein, dass du sie zu hoch gestimmt hast. Das passiert gerade Einsteigern schnell, weil sie glauben, die Saite sei eine ganze Oktave zu tief gestimmt und warten z.B. auf das nächste „C“. Das macht im Zweifel die beste Saite nicht mit. Wenn du knapp über dem eigentlichen Ton bist, dann probier zuerst, die Saite tiefer zu stimmen. Saiten können allerdings auch reißen, wenn sie ihren Zenith überschritten haben. Es ist nicht immer deine Schuld. In jedem Fall hilft nur ein neuer Satz Saiten, denn kleben kannst du sie leider nicht.

Und denk immer daran: Gruselige Clowns Essen Ananas.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • Ananas: unsplash.com / Maria Fernanda Gonzalez (@mfgonz)
  • Screenshot: Guitar Tuna App für iOS
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