Was kostet eine gute Ukulele?

Überlegst du, ob du dir eine Ukulele kaufen solltest? Oder möchtest du sie vielleicht sogar verschenken? Die Ukulele ist in jedem Fall eine tolle Anschaffung und hat auch als Geschenk schon viele Menschen begeistert. Auch bei Kindern liegt sie gerne unter dem Weihnachtsbaum.

Aber was kostet eine gute Ukulele? Die Frage ist für Einsteiger nicht leicht zu beantworten, bietet der Markt schlichtweg viel zu viele Modelle. Zudem lauert noch eine weitere Gefahr: Die Ukulele wird anfangs häufiger unterschätzt, was zu fatalen Fehlentscheidungen beim Kauf führen kann.

Vorweg erst einmal die gute Nachricht: Ukulelen zählen zu den günstigsten Instrumenten. Man könnte fast schon sagen: Da, wo Ukulelen aufhören, fängt die Preisspanne bei anderen Instrumenten erst an.

Was kostet eine gute Ukulele? (Foto: Mehrere Ukulelen an einer Wand eines Shops)

Wer billig kauft, muss die Konsequenzen kennen

Das sollte aber niemals dazu verleiten, eine besonders günstige Ukulele zu kaufen, denn die hat so einige Nachteile.

Eine billige Ukulele klingt billig. Selbst wenn sie Töne erzeugt, dann sind es nicht die, mit denen uns Ukulelen normalerweise begeistern. Sie klingen blechern und alles andere als voll und reichhaltig.

Außerdem muss eine billige Ukulele auch häufiger nachgestimmt werden. Das ist nicht so tragisch, denn man sollte sie ohnehin jedes Mal vor dem Spielen stimmen. Es macht nur auf lange Sicht einen Unterschied, wenn man nur eine einzelne Saite ab und an mal geringfügig nachstimmen muss – oder wenn man jedes Mal sämtliche Saiten drastisch nachjustieren muss. Bei billigen Ukulelen kann es auch passieren, dass sie nach wenigen Liedern zwischendurch schon wieder nachgestimmt werden müssen.

Schlimmer ist aber noch, dass billige Ukulelen schwieriger zu bespielen sind als teure. Was gerade für Anfänger ein großes Problem darstellen und die Motivation auslöschen kann, bevor es überhaupt richtig losging.

Deshalb ist eine Denkweise vieler Eltern so fatal. Sie sagen sich: „Wir kaufen erst mal eine billige Ukulele, denn wir wissen ja noch gar nicht, ob das wirklich etwas für das Kind ist.“ Dieser Gedanke ist nachvollziehbar, aber gleichzeitig eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn je billiger die Ukulele, desto schwieriger und schmerzvoller ist das Spielen und desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind dabei bleibt.

Denn die Regel lautet eigentlich: Je versierter der Spieler ist, desto minderwertiger kann das Instrument sein und er wird trotzdem etwas Brauchbares damit spielen können. Aber je unerfahrener ein Spieler ist, desto hochwertiger sollte das Instrument sein. Denn seine eigenen noch nicht ausgereiften Fähigkeiten stellen schon genug Barriere dar. Da hilft es wenig, wenn das Instrument alles noch zusätzlich erschwert.

Auch für Erwachsene ist das durchaus ein Hindernis. Beim Ukulelespielen musst du mit deinen Fingern nunmal dünne Saiten herunterdrücken. Das ist am Anfang immer etwas unangenehm (verfliegt meist schon nach wenigen Wochen), aber bei einer guten Ukulele merkt man es fast gar nicht. Bei einer billigen hingegen musst du oftmals sehr stark drücken, damit ein Ton entsteht und umso mehr schneiden sich die Saiten in das Fleisch.

Wer für einen möglichst erfolgreichen Einstieg sorgen will, der muss nicht das Sparkonto plündern, aber er sollte die untersten Regale versuchen zu meiden.

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Der Preis hängt auch von der Größe ab

Nun ist es immer schwierig, zu sagen, was eine gute Ukulele exakt kosten sollte. Denn Geschmäcker und Ansprüche sind verschieden und Märkte ändern sich. Es kann sein, dass in ein paar Jahren Ukulelen deutlich günstiger sind – oder deutlich teurer.

Die Preisbereiche, die ich in diesem Beitrag nenne, gelten für Tenor-Ukulelen. Einfach weil es sich hierbei um eine Größe handelt, die gerne von Erwachsenen gewählt wird und von allen, die die Ukulele von vornherein professionell angehen möchten. Das heißt nicht, dass das mit den anderen Größen nicht ginge, das sind einfach Beobachtungen.

Generell ist es so, dass das gleiche Modell einer Ukulele in Concert-Größe günstiger ist als in Tenor-Größe und dass Sopran noch einmal günstiger ist. Was nachvollziehbar ist, denn hier wird weniger Material verbaut. Und offenbar ist der Fertigungsprozess durch die geringere Größe trotzdem nicht komplizierter.

Wer also nach einer Sopran Ausschau hält, kann durchaus noch etwas herunter rechnen. Ich würde allerdings stark davon abraten, die Größe nach dem Preis auszuwählen. Die Unterschiede im Preis sind nicht riesengroß, aber im Klang und Spiel schon. Und da sollte man das wählen, was am besten zu einem passt.

Wie überall gilt: Der Preis ist nicht alles. Es gibt Ukulelen für 500 €, die taugen weniger als so manche für die Hälfte. Denn Qualität ist bei weitem nicht der einzige Faktor, der Preise beeinflusst. Allerdings dient er als eine gute Richtschnur. Die Entscheidung sollte am Ende aber idealerweise aufgrund der Qualität getroffen werden.

Ukulele in einem Shop kaufen (Foto: Verschiedene Geschäfte in einer Shopping Mall)

Die 75-€-Grenze

Ich höre häufig, dass man keine Ukulele unter 75 € kaufen sollte und ich denke, das ist definitiv eine Grenze, die man nicht unterschreiten sollte.

Alles unter diesem Preislevel ist meist bunt – und bei einer Ukulele heißt bunt immer billig. Auch in dieser Preisklasse muss man zwar unterscheiden, denn eine Ukulele für 10 € ist noch wesentlich minderwertiger als eine für 50 €.

Im Großen und Ganzen sollte man diesen Bereich aber meiden, sofern man es sich leisten kann. Wenn nicht, gilt: Besser eine schlechte als gar keine Ukulele – sofern man sich eben der Konsequenzen bewusst ist.

Der Einstieg zwischen 200 und 250 €

Wenn es das Budget erlaubt, würde ich empfehlen, für den Einstieg zwischen 200 und 250 € auszugeben. Das ist verglichen mit anderen Instrumenten immer noch eine geringe Investition, doch das Upgrade kann sich lohnen.

In der Regel besteht hier schon nicht mehr der ganze Korpus aus Laminat, sondern die Decke zumindest aus Massivholz. Das macht einen klanglichen Unterschied.

Auch ist die Verarbeitung im Allgemeinen schon recht vernünftig, sodass auch das Herunterdrücken der Saiten ziemlich einfach geht. Made in China bleibt es in den meisten Fällen aber trotzdem. Hier bieten sich z.B. die etwas teureren Modelle des Herstellers Kala an.

Eine Nummer besser: Ukulelen für 500 bis 700 €

Wer gerne ganz auf Massivholz setzen möchte, der sollte sich einmal im Bereich zwischen 500 bis 700 € umschauen. Hier wird üblicherweise kein Laminat mehr verwendet.

Außerdem ist die Verarbeitung meist noch etwas hochwertiger und das Produkt kommt nicht mehr zwingend aus China (aber auch noch nicht unbedingt aus Hawaii). Eine gute Wahl sind hier z.B. die Ukulelen von PONO, auch sehr günstige Koaloha kann man für diesen Preis bekommen.

Der beste Einstieg: Ukulelen ab 1.000 €

Die wirklich guten Ukulelen fangen etwa bei 1.000 € an. Das ist eine stolze Summe, aber man sollte dabei immer im Hinterkopf haben, was andere Instrumente kosten. Bei den Ukulelen beginnt hier bereits langsam der Profibereich, bei einer Oboe oder einem Cello sind wir hier noch nicht mal in der Einsteigerklasse. Ganz zu schweigen von einem Klavier oder einer Harfe.

Wenn man das im Hinterkopf behält und sich anschaut, was man hier für sein Geld bekommt, sollte die Entscheidung deutlich leichter fallen.

Hier gibt es bereits Ukulelen namhafter Marken wie Kaline’a oder Koaloha (als angehender Ukulelespieler lohnt es sich zu wissen, dass man Kaline’a, Koaloha, Ko’olau und Kamaka als die „4Ks“ der Ukulele-Hersteller bezeichnet, also die vier bedeutendsten Hersteller auf Hawaii). Auch die etwas moderneren Maestro Ukulelen liegen in diesem Bereich.

Ob andere Instrumente mehr kosten oder nicht: 1.000 € bleiben eine Menge Geld. Die Investition wird sich aber für all diejenigen lohnen, die die Ukulele als Instrument von Anfang an ernst nehmen möchten. Belohnt werden sie mit einem tollen Klang und einer besonders leichtgängigen Bespielbarkeit. Gerade Letzteres bildet die Basis für einen besonders gelungenen Einstieg.

Premiumukulelen über 5.000 €

Ukulelen gibt es in fast jeder Preisklasse und es lohnt sich, auch in die höchsten Regale mal einen Blick zu werfen, um ein aussagekräftiges Bild über den Markt zu bekommen. Sonst passieren Malheure, wie ich sie mal in einem Beitrag einer größeren Tageszeitung las, in der stand, dass Profi-Ukulelen „bis 500 Euro“ kosten könnten. Dabei fangen die dort noch nicht einmal an.

Es gibt eine Handvoll Gitarrenbauer, die besonders hochwertige Modelle anbieten. Diese beginnen bei rund 5.000 Euro und können weit in den 5-stelligen Bereich hineinragen. Das hängt stark von den persönlichen Wünschen ab, denn manch seltene Holzsorte ist sehr kostspielig und wirkt sich entsprechend auf den Preis aus.

Das sind aber Instrumente, die würde ich einem Anfänger nicht unbedingt raten. Sie sind sicherlich der ideale Einstieg in ein Instrument, aber es bleibt fraglich, ob man gerade am Anfang in der Lage ist, die Differenzen im Klang so stark wahrzunehmen. Mal abgesehen davon, dass das für die meisten weit außerhalb des Budgets liegen dürfte.

Nichtsdestotrotz sollte man diese Modelle meiner Meinung nach nicht einfach als Luxuskram abtun. Sie werden individuell per Hand gefertigt und man ist am Entstehungsprozess in gewissem Sinne beteiligt. Ein individuelleres Instrument bekommt man nicht. Es ist etwas Besonderes für diejenigen, die die Ukulele-Leidenschaft wirklich gepackt hat und die bereit sind, dafür auf andere Dinge zu verzichten.

Um die Preise mal in Relation zu setzen: Auf Gitarren-Festivals werden dir unzählige „normale“ Musiker begegnen, die Gitarren im Wert von um die 20.000 Euro dabei haben. Das soll nicht heißen, dass alles andere keine richtigen Gitarren wären. Aber dass es eben einen Markt für besonders hochwertige Ukulelen und Gitarren gibt, der nicht nur für Rockstars mit nahezu unbegrenzten Geldreserven gedacht ist, sondern auch für Leute, die sich vielleicht gesagt haben: Mein Instrument bedeutet mir mehr als ein Auto. Dann sollte man ruhig zugreifen.

Ukulele leihen, wenig Geld (Foto: Große Menge Euro-Cent-Münzen in Nahaufnahme)

Was soll ich tun, wenn ich nicht so viel Geld habe?

Die obigen Ausführungen richten sich an diejenigen, die das Budget zur Verfügung haben. Es geht mir nicht darum, irgendjemanden zur Aufnahme eines Kredites zu bewegen oder ihm ein schlechtes Gefühl zu geben, weil er weniger für seine Ukulele ausgibt als ich oben vorgeschlagen habe.

Die meisten Menschen versuchen zu sparen und dagegen ist nichts einzuwenden. Ich möchte nur verhindern, dass der Traum vom Ukulelespielen dann doch irgendwann platzt, weil man am Anfang unbedingt Geld sparen wollte, obwohl es finanziell nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Wenn du nicht genug Budget hast für die obigen Empfehlungen, dann ist das jedoch nicht schlimm. Spielen kann man theoretisch auch auf der billigsten Ukulele.

Sei dir einfach bewusst, welche Nachteile das mit sich bringt. Dann hilft es dir, in schwierigen Phasen durchzuhalten. Denn du weißt: Wenn du dran bleibst und dir irgendwann ein besseres Instrument kaufst, werden die Dinge noch viel einfacher von der Hand gehen. Sieh es also als besonders hartes Training, das dich möglicherweise am Ende zu einem viel besseren Spieler macht.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, eine gebrauchte Ukulele zu kaufen oder ein solches Instrument zu leihen. Das wird auch manchmal von Schulen zu besonders niedrigen Gebühren angeboten.

Fazit

Ukulelen bekommt man bereits für wenige Euro und auch aus ihnen kommt ein Ton. Du musst sie häufiger nachstimmen, sie klingen nicht besonders schön und sie sind für deine Finger gerade am Anfang schwieriger zu spielen. Wem das nichts ausmacht, der kann auch im untersten Segment glücklich werden. Vor allem, wenn man die Ukulele eigentlich nur kaufen will, um einmal im Jahr mit ein paar Freunden am Strand Spaß zu haben.

Generell würde ich empfehlen, mindestens 200 – 250 € für die erste Ukulele auszugeben, dann hat man schon ein brauchbares Instrument, an dem es zumindest nicht mehr liegen kann, wenn etwas schief klingt.

Wer den optimalen Einstieg möchte, dem empfehle ich ein Instrument ab 1.000 €, das vollständig aus Massivholz (z.B. Koa) besteht. Hier ist der Klang bereits herausragend und die Verarbeitungsqualität sehr hoch. Das wirkt sich auch auf das Spielvergnügen aus, selbst und vor allem bei einem Anfänger.

Ich habe mir am Anfang erst eine Ukulele für ca. 175 € bestellt, dann eine Pono für rund 550 € und bin erst mit meiner Kanile’a für 1.300 € zufrieden gewesen. Obwohl ich noch nicht spielen konnte – auch keine Gitarre – habe ich sofort einen erheblichen Unterschied bemerkt. Im Klang und beim Spielen. Und weil ich vor vielen Jahren mal eine Gitarre für wenige Hundert Euro gekauft habe und genau weiß, warum ich bis heute keine Gitarre spiele, wollte ich diesen Fehler nicht wiederholen.

Wer bereit ist, das Geld auszugeben, für den halten die Ukulelen in den höheren Regalen also einige Vorzüge bereit. Wer es nicht ausgeben kann oder möchte, sollte sich davon jedoch niemals vom Ukulelespielen abhalten lassen. Sonst verschwendest du wertvolle Übungszeit bis das Budget verfügbar ist.

Meine generelle Empfehlung lautet daher: Kauf immer das teuerste Instrument, das dein Budget im Moment erlaubt. Mit genug Eifer bekommt man alles zum Klingen.

Quellen der verwendeten Bilder (in der Reihenfolge ihrer Platzierung):

  • shutterstock.com / Bangkokhappiness (ID: 174635249)
  • unsplash.com / Heidi Sandstrom (@bravelyventure)
  • unsplash.com / Jonathan Brinkhorst (@jbrinkhorst)
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