Wie spielt man Ukulele mit Capo?

Der Capo (kurz für „Kapodaster“) ist eine Klemme, die auf dem Griffbrett deiner Ukulele angebracht wird. Sie dient dazu, die Saiten in einem bestimmten Bund gleichmäßig herunterzudrücken und die Stimmung der Ukulele damit um jeweils einen Halbton zu erhöhen. Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Und wozu braucht man überhaupt ein Capo?

Ukulele mit Capo spielen

Der richtige Capo für deine Ukulele

Zunächst brauchst du einen Capo für deine Ukulele. Nimm hier lieber keinen, der eigentlich für eine Gitarre geeignet ist, da sich Halsumfang und Breite des Griffbretts zu stark unterscheiden. Das kann bestenfalls einfach nicht funktionieren oder schlimmstenfalls deine Ukulele beschädigen.

Ich selber verwende den Shubb C9B Ukulele Capo aus Messing. Er eignet sich für Soprano, Concert und Tenor und scheint mir einer der stabilsten zu sein. Es gibt aber auch Varianten aus Kunststoff, wie z.B. den Dellwing Kapodaster. Letzterer ist vermutlich etwas schneller angebracht, der Shubb sitzt dafür nahezu unverrückbar auf dem Griffbrett.

Capo nah am Bundstäbchen

Wie ein Capo funktioniert und wozu man ihn braucht

Ein Capo macht etwas ganz Simples: Setzt du ihn in den 1. Bund, erhöht er die Stimmung aller Saiten um einen Halbton. Also z.B. von C auf C# oder von G auf G#. Setzt du ihn in den zweiten Bund, dann erhöht er die Saiten um zwei Halbtöne (also einen Ganzton), z.B. von C auf D oder von G auf A.

Doch wozu das Ganze, klingt die Ukulele so denn nicht schon hoch genug? Der Capo wird vor allem für zwei Dinge verwendet:

Zum einen kannst du damit ausgleichen, dass du einen Song tiefer transponiert hast. Stell dir vor, dein Lieblingssong besteht aus lauter Akkorden, die du nicht spielen kannst. Dann hast du die Möglichkeit, alle Akkorde um einen oder mehrere Halbtöne herabzusetzen. Dadurch bleibt der Abstand der Akkorde zueinander gleich, der Song klingt bloß tiefer. Durch den Capo kannst du ihn dann wieder um einige Halbtonschritte heraufsetzen, um in die Originalstimmung zu kommen.

Nach diesem Hinweis auf unser kostenloses E-Book geht der Beitrag weiter...
Ein Geschenk für dich.

99 Ukulele Tipps E-BookFür deine Anmeldung zum Ukulele Insider Newsletter erhältst du das E-Book 99 Ukulele Tipps kostenlos. Darin steht alles, was Anfänger und Fortgeschrittene wissen müssen. Das Spielen von Akkorden, Strumming, die richtige Haltung und vieles mehr. Jetzt gratis herunterladen:

Das funktioniert so: Nehmen wir an, dein Song besteht unter anderem aus den Akkorden D und Em. Die sind nicht ganz leicht am Anfang, deshalb transponieren wir alle Akkorde (!) des Songs um zwei Halbtonschritte nach unten. Aus D wird somit C, und aus Em wird Dm – deutlich einfacher! Du kannst dieses Stück nun einfach spielen und es wird richtig klingen – bloß tiefer als das Original. Um das wieder auszugleichen, setzt du nun den Capo in den 2. Bund. Alle Akkorde, die du jetzt spielst, klingen dadurch 2 Halbtonschritte höher als sie eigentlich sind. Dein C klingt also wie ein D, dein Dm wie ein Em. Ohne dass du diese komplizierten Akkorde spielen könntest.

Zum anderen kannst du mithilfe des Capos den Song an deine Stimme oder an andere Instrumente anpassen. Singt dein Lieblingskünstler zu tief, verwendest du einfach den Capo und setzt ihn so hoch auf das Griffbrett, bis du einfacher mitsingen kannst.

Capo anbringen

Den Capo richtig anbringen

Je nachdem welches Modell du hast, kann es sein, dass du deinen Capo einfach nur wie eine Wäscheklammer auf den Hals deiner Ukulele setzt. Oder du musst, wie beim Shubb, den Capo um den Hals legen und die Schraube festziehen.

Bei allen Capos gilt: Du setzt ihn so in den Bund bzw. auf die Saiten, als würdest du sie mit deinem Zeigefinger alle gleichzeitig herunterdrücken wollen. Bring den Capo so nah wie möglich am Bundstäbchen des nächsten Bundes an, so wie du es beim Greifen von Akkorden auch machen würdest.

Beim Shubb kommt der Arm mit der größeren Gummiauflage oben auf die Saiten, während die kleine gebogene Auflage am Hals sitzt. Es hilft enorm, die größere Auflage mit zwei Fingern fest und gleichmäßig auf die Saiten zu drücken und erst dann die Schraube unten festzudrehen. Ansonsten kann es sein, dass er nicht fest genug sitzt und die Saiten entweder schnarren oder dumpf klingen. Deine Saiten sollten genauso brillant klingen, wie ohne Capo, bloß um einen oder mehrere Halbtonschritte höher.

Capo: Ukulele nachstimmen

Die Ukulele nachstimmen

Apropos Klang: Es kann gut sein, dass du die Ukulele nach Anbringen deines Capo nachstimmen musst. Musiker sind immer auf der Suche nach Capos, die die Ukulele nicht verstimmen, aber ich glaube, die gibt es gar nicht. Es hängt auch immer ein bisschen davon ab, wie du den Capo gerade anbringst, also auf deine „Capo-Tagesform“. Deshalb empfehle ich dir, die Ukulele einfach jedes Mal kurz nachzustimmen, nachdem du den Capo angebracht oder versetzt hast. Es dauert ja nur einige Sekunden.

Ukulele mit Capo nachstimmen (Übersicht)

Grafik herunterladen: als Bild (PNG) | zum Ausdrucken (PDF)

Denk dran, dass die offenen Saiten jetzt natürlich nicht mehr nach G, C, E, A gestimmt werden dürfen, denn sie sind ja um einen oder mehrere Halbtonschritte erhöht worden. Damit du nicht für jede Saite ausrechnen musst, wie sie nun offen gespielt klingen sollte, ist hier eine kleine Übersicht, die dir zeigt, worauf du die jeweiligen Saiten nun stimmen musst:

Ukulele Haltung mit Capo (am Beispiel F-Dur)

So spielst du mit einem Capo

Jetzt hast du nur ein Problem: Der Capo blockiert die Bünde, in denen du normalerweise spielst. Deshalb spielst du jetzt nur noch in den Bünden nach dem Capo. Am einfachsten ist es, du stellst dir vor, der Capo sei der neue Sattel zwischen Kopf und Griffbrett. Der 1. Bund nach deinem Capo ist also dein neuer 1. Bund, der 2. Bund nach dem Capo dein neuer 2. Bund, usw.

Ein Beispiel (siehe auch die Abbildung oben): Dein Capo ist im 2. Bund angebracht. Willst du nun ein F spielen, setzt du den Zeigefinger wie gewohnt auf die 2. Saite im 1. Bund. Allerdings im „neuen“ 1. Bund ab dem Capo, also genau genommen im 3. Bund deiner Ukulele. Deinen Mittelfinger setzt du auf die 4. Saite in den 2. Bund nach dem Capo, also streng genommen in den 4. Bund deiner Ukulele.

Und dein F-Akkord klingt dank des Capos jetzt nicht wie ein F, sondern wie ein G. Denn dadurch, dass du den Akkord mithilfe des Capos um zwei Bünde verschoben hast, ist er zwei Halbtonschritte höher geworden (F -> F# -> G).

Probleme mit dem Capo?

Ein Capo ist eigentlich eine ziemlich einfache Vorrichtung, aber bringt man ihn zum ersten Mal an, ist das natürlich noch etwas ungewohnt. Falls dir die folgenden Probleme begegnen, helfen dir vielleicht die beigefügten Lösungen:

  • Die Saiten sind verstimmt. Das passiert fast immer, wenn man ein Capo anbringt, deshalb solltest du sie kurz nachstimmen, sobald du ihn angebracht hast. Denk nur daran, dass G, C, E, A jetzt nicht mehr die richtige Stimmung ist, sondern dass die Saiten um einen oder mehrere Halbtonschritte erhöht wurden.
  • Schnarrende oder dumpfe Saiten. Es kann sein, dass der Capo entweder nicht fest genug sitzt oder nicht nah genug am Bundstäbchen. Sobald du das korrigierst, sollten die Saiten wieder brillant klingen.
  • Der Capo verrutscht. Das liegt meist weniger am Capo als an deinem Spiel. Du wirst den Capo versehentlich mit der Hand verschieben, während du Akkorde in den ersten Bünden greifst. Hier hilft nur, vorsichtiger zu sein und den Capo ab und an wieder geradezurücken. Nachstimmen musst du deshalb meistens nicht.
  • Der Capo sitzt nicht fest genug. Gerade bei Capos mit Schraube kann es manchmal schwierig sein, den Capo fest genug zu bekommen, sodass die Saiten klar klingen. Hier hilft es ungemein, den Capo mit der einen Hand fest auf die Saiten zu drücken bzw. die Saiten damit herunterzudrücken – und mit der anderen Hand die Schraube festzuziehen.
»99 Ukulele Tipps« kostenlos – mein Dankeschön für dein Newsletter-Abonnement

99 Ukulele Tipps E-BookNach deiner Anmeldung erhältst du das E-Book 99 Ukulele Tipps mit vielen hilfreichen Tricks rund um die Ukulele kostenlos. Vom Kauf der Ukulele über Tipps zum Ukulele lernen bis hin zum Fingerpicking deckt dieses E-Book alles ab, was Anfänger und Fortgeschrittene wissen müssen. Jetzt gratis herunterladen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.